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Vermischtes
Lisa Schütt aus Leutesheim ist
Vizeweltmeisterin im Kickboxen
Kehl-Leutesheim
(pr). Am Donnerstagnachmittag gab es im Leutesheimer Rathaus
einen Empfang. Ortsvorsteher Ernst Kleinmann gratulierte seiner
schlagkräftigsten Bürgerin zu einem tollen sportlichen Erfolg:
Lisa Schütt wurde in Berlin Vize-Weltmeisterin im Kickboxen.
Anlegen sollte man sich mit der eher ruhig und zurückhaltend
wirkenden
19-jährigen
Schülerin wirklich nicht. Sie kann nämlich ganz schön austeilen.
Allerdings tut sie dass nur im Kampfring. Dass sie jetzt
Vizeweltmeisterin wurde, kommt ziemlich überraschend.
Erst vor kurzem wurde Lisa Schütt in die Deutsche
Nationalmannschaft berufen. Zuvor hatte sie ein Newcomer-Turnier
in Hausach gewonnen, bei der German Golden Trophy in Offenburg
den 2. Platz belegt und schließlich wurde Lisa bei der
Süddeutschen Meisterschaft Dritte. Und dies alles in den letzten
Monaten. Mit diesem Erfolg reiht sich Lisa in die ellenlange
Siegesserie vom »Shorin Honau« und dessen Chef Marco Ross
nahtlos ein.
Mit dem Kickboxen hat Lisa Schütt erst vor drei Jahren in Honau
begonnen. Zwischenzeitlich war sie ein Jahr lang in den USA und
hatte dort mit Kickboxen überhaupt nichts am Hut. Ganz exotisch
ist der Kampfsport im Hause Schütt aber nicht. Auch Schwester
Laura ballt die Fäuste für den Shorin. Mama Silke machte ein
paar Jahre lang Judo und Papa Roland hielt sich früher mal in
Legelshurst mit Karate fit.
Dass ausgerechnet Tochter Lisa nun Vize-Weltmeisterin wird,
kommt für beide Elternteile ziemlich überraschend. »Lisa war
eigentlich immer eher etwas ruhig und zurückhaltend«, berichtet
Mama Silke. Dass sie jetzt so austeilen kann, überrascht die
Schütts doch sehr.
Bei den Wettkämpfen ist die Familie mit Leib und Seele dabei.
Mit Herzklopfen reisten die Schütts vergangene Woche mit dem
Auto in Berlin zur Weltmeisterschaft an. Die erste große
Überraschung: Der Turnierort war ein Schwimmbad. Vielleicht
hätte Lisa ihre Gegnerinnen auch in 100 Meter Kraul besiegt,
denn 13 Punkte in Sport kommen bei der Schülerin des
Wirtschaftsgymnasiums Kehl nicht von ungefähr. Das Wasser in
Becken war aber abgelassen und der Boden der Pools mit blauem
Teppich belegt. »Eine wirklich coole Atmosphäre«, berichtete
Lisa Schütt.
Im Finale der Gewichtsklasse bis 60 Kilo musste sie sich von der
amtierenden Weltranglisten-Erste aus Nordirland geschlagen
geben. Den Endkampf überstand sie ohne größere Blessuren. Was
nicht selbstverständlich ist bei dem von Lisa praktizierten
Vollkontakt-Kampfsport. Mit einem blauem Auge ist das wehrhafte
Töchterchen vom Kickboxen nämlich schon so manches Mal
heimgekommen. In der Schule erzählt sie aber nur den engsten
Freundinnen, von was das kommt. Wenn sie das Abitur in der
Tasche hat, würde Lisa gerne in den Polizeidienst gehen. Nach
dem jüngsten sportlichen Erfolg liegt das auch sehr nahe.

Ortsvorsteher
Ernst Kleinmann (li.) gratulierte der Vizeweltmeisterin Lisa
Schütt sowie deren Trainer und Chef des Honauer Kickboxvereines
"Shorin" in Honau Marco Roß (r.).
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