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Vermischtes

Eine "Rollstuhl gerechte" Kegelbahn wurde von Vinzenz Kuhn konstruiert

Leutesheim/Lautenbach (pr). Als Arbeits- und Beschäftigungstherapeut weiß Vinzenz Kuhn, wobei es bei der Langzeitbetreuung von psychisch kranken und betreuungsbedürftigen Erwachsenen ankommt. Sie sollen Gelegenheit haben, lebenspraktische Fertigkeiten einzuüben, auch die Weiederherstellung sozialer Kontakte wird angestrebt. Einer der Tätigkeitsbereiche sind die Freizeitaktivitäten, und hier sind neben Ausflügen und Besuchen von Veranstaltungen auch Kegelabende und ein wöchentlicher Schachclub vorgesehen. Die Schachgruppe am "Eschenhof" hat bis zu 10 Teilnehmer, die sich mit viel Freude regelmäßig dem königlichen Spiel widmen.

Nicht ganz so einfach war es mit den Kegelabenden. Besuche auf einer Standard-Kegelanlage machten den Bewohnern der Pflegeeinrichtungen nur wenig Spaß, denn im Rollstuhl oder aufgrund anderer Behinderungen war ein Kegeln dort nur eingeschränkt möglich. Also musste eine Möglichkeit gefunden werden, die Kugel auf eine andere Art als durch Werfen in Bewegung zu setzen. Vinzenz Kuhn entwickelte eine Mechanik mit einer schiefen Ebene, eine befreundete Schreinerei aus Leutesheim setzte die Anlage in die Praxis um, wobei weitere Ideen einflossen. Mit einer zusätzlichen Rampe wurde ermöglicht, dass auch Rollstuhlfahrer das Gerät nutzen können. Im Rahmen des Sommerfestes bestand erstmals Gelegenheit, an dieser Anlage zu kegeln, und das wurde sehr gerne genutzt.

Aufgrund des großen Interesses findet jetzt wöchentlich donnerstags ein Kegelnachmittag statt. Die Bewohner sind mit viel Spaß dabei, zumal die sportliche Komponente nicht zu kurz kommt. Die Ergebnisse der einzelnen Wettspiele werden aufgesachrieben, am Ende des Jahres werden die erfolgreichsten Keglerinnen und Kegler einen Preis erhalten.

In der Reha- und Betreuungsklinik Eschenbach in Lautenbach ist Vinzenz Kuhn seit zwei Jahren tätig.

Der Arbeitserzieher aus Leutesheim ergriff seinen jetzigen Beruf nicht vor allzulanger Zeit: Von 1996 bis 1998 schulte der 53-jährige in Zell a.H. um. Vinzenz Kuhn absolvierte im Anschluss ein Anerkennungsjahr in der privaten Einrichtung in Lautenbach und wurde dort auch weiterbeschäftigt. Das Haus von Dr. Krieger-Hinck bietet 45 Plätze für psychisch Kranke. Die Behinderten halfen beim Bau der Kegelbahn mit. Ideen holte sich Vinzenz Kuhn bei Bähr in Önsbach, eine Herstellungsfachfirma für vollautomatische Bahnen. Die Kegel ließ er in Memprechtshofen drehen. Das Hauptgewerk entstand in der Schreinerei von Ernst Hummel in Leutesheim. Der Handwerker baute die Kegelbahn in seiner Werkstatt komplett zusammen und ließ dabei auch eigene Ideen mit einfließen. Die Holzteile wurden demontiert, in Lautenbach dann noch behandelt und in einem Zelt wieder aufgebaut. Bei der Planung der behindertengerechten Kegelbahn kam Vinzenz Kuhn seine technische Ausbildung zugute: Der Leutesheimer lernte bei Geiger in Kehl das KfZ-Handwerk und bildete sich zu Beginn der neunziger Jahre als technsischer Zeichner und CAD-Fachkraft weiter. 17 Jahre lang war Vinzenz Kuhn für den Anhängerbau Mosel in Leutesheim tätig. Eine große Leidenschaft der Arbeitserziehers ist das Radfahren. Zwanzig Jahre lang fuhr Vinzenz Kuhn für den Radsportverein Offenburg und nahm in den sechziger und siebziger Jahren an vielen bedeutenden Rennen teil.



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Aktives Dorf Leutesheim, 2000