|
Vermischtes
DSL-Lücken werden geschlossen
Für den
DSL-Anschluss von Auenheim und Leutesheim ist ein Anbieter
gefunden. Damit hat die gesamte Stadt Kehl eine
Breitbandversorgung – fast: Für Hohnhurst muss noch eine Lösung
gefunden werden.
Von Hans-Jürgen Walter
Kehl.
»Ich hoffe, dass –wenn’s gut läuft – wir zum Jahresende in
Auenheim und Leutesheim glückliche Bürger haben!« Das sagt
Katrin Korth, die Tiefbau-Chefin der Stadt. Was sie meint, ist
die Breitbandversorgung. Bis zum Jahresende sollen die beiden
Ortsteile mit DSL versorgt sein Dann ist die ganze Stadt an die
Datenautobahn angeschlossen. Fast, denn Hohnhurst bleibt ein
weißer Fleck.
Im Jahr 2009 und im laufenden Jahr hat ein Fachbüro für die
Stadt Kehl eine Studie zur Breitbandversorgung im Stadtgebiet
erstellt. Ein besonderes Augenmerk galt den unterversorgten
Ortsteilen Auenheim, Hohnhurst und Leutesheim. Bestandteil der
Studie war eine Befragung der Privathaushalte. Diese ist
Voraussetzung für Fördermittel des Landes.
Gegen Bezahlung der Kommune dehnen Anbieter ihr Netz aufs Land
mit weniger DSL-Nutzern aus. »Bereiche«, erklärt die
Tiefbau-Leiterin, »wo die Anbieter nicht von selber kommen, weil
die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist. Da muss die Stadt Geld
investieren.« Bei einer bestimmten Anzahl von Haushalten, von
denen die Breitbandinfrastruktur genutzt wird, bezuschusst das
Land die DSL-Investition der Kommune aus dem
Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR).
Parallel zur Erhebung der Privathaushalte, die an einem
DSL-Anschluss Interesse haben, holte die Tiefbauabteilung
Angebote von verschiedenen Anbietern ein, um den
Investitionsrahmen für die Stadt beurteilen zu können.
»Dabei haben wir ein Angebot bekommen, das für Auenheim und
Leutesheim wie ein Hauptgewinn ist«, berichtet Tiefbau-Leiterin
Korth der Kehler Zeitung.
Der Anbieter ist die Neckar-Com Telekommunikation GmbH
Stuttgart, die für 78.000 Euro die beiden Stadtteile mit einer
zukunfts- und leistungsfähigen Internetanbindung ausrüstet,
davon sind 31 200 Euro förderfähig.
»Wir sind für Auenheim und Leutesheim von Anschlusskosten mit
rund 140.000 Euro ausgegangen«, sagt Katrin Korth. »Wir bekommen
jetzt für die Hälfte ein technisch absolut zukunftsfähiges
Breitband.«
Die Neckar-Com ist eine hundertprozentige Tochter der EnBW
Regional AG. Bei den Überlandleitungen der EnBW ist ein
Breitbandkabel integriert. »Dieses vorhandene Breitbandkabel
nutzt Neckar-Com«, erklärt die Kehler Tiefbau-Chefin. Und im Ort
werden die Kabelverteiler der Telekom genutzt. »Da setzen die
Richtfunkverteiler dran, und von dort aus wird die DSL-Leistung
ins normale Telefonnetz eingespeist.«
Für Katrin Korth der »eigentliche Knaller« ist die von
Neckar-Com angebotene Leistung. Während Telekom im Netz maximal
16 Mbit/s biete, werden bei Neckar-Com aufgrund verbesserter
Technik Übertragungsraten bis 35 Mbit/s erreicht.
»Ein Angebot, das technisch um einiges besser ist, als das, was
wir von der Telekom erwartet hätten«, teilt Katrin Korth mit.
Sie macht keinen Hehl daraus, dass die Stadt gerne mit der
Telekom zusammengearbeitet hätte. Die Stadt sei überrascht
gewesen, dass die Telekom nur für Leutesheim ein Angebot und das
»sehr unmotiviert« abgegeben habe.
Ein weiterer Telekommunikationsdienstleister habe ein Angebot
auf Satellitenbasis abgegeben. Das sei eher für Nutzer in
Einzellage, für eine Gemeinde eher ungeeignet, meint Katrin
Korth. Nach Einschätzung der Stadt technisch nicht ausgereift
sei ein Funkangebot: Es hätte ein Funkmast aufgestellt werden
und die Nutzer hätten auf ihrem Haus eine auf den Mast
ausgerichtete Antenne aufstellen müssen.
Von der Neckar-Com sind laut Katrin Korth jetzt mit der Telekom
die Netzfragen zu klären. Dann werden die Haushalte in Auenheim
und Leutesheim von Neckar-Com angeschrieben. Die Anschlussgebühr
kostet laut Tiefbau-Leiterin Korth 99 Euro, der Endkundenpreis
liegt bei 34,90 Euro bis 6 Mbit/s und 39,90 Euro bis 16 Mbit/s.
Das Telekom-Angebot hatte einen Endkundenpreis zwischen 39,90
und 49,90 enthalten.
Wermutstropfen bei der Breitbandversorgung bleibt der südlichste
Kehler Stadtteil, Hohnhurst. »Der Ort ist zu klein, als dass es
sich für einen Anbieter rechnet«, beschreibt Katrin Korth die
Situation. Doch die Stadt sucht für Hohnhurst eine Lösung.
»Sicher ist«, konstatiert die Tiefbau-Leiterin, »dass wir im
Vergleich zu Auenheim und Leutesheim mehr Geld in die Hand
nehmen müssen.«

Das Warten hat
bald ein Ende, denn die gesamt Stadt Kehl soll in Kürze mit Breitband-DSL versorgt werden. Für Hohnhurst
allerdings hat man
bislang noch keine Lösung gefunden.
|