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Vermischtes

Weiterhin Engpass bei Breitband - Ortschaften müssen noch länger auf schnelles Internet warten

Die Hoffnung vieler Bürger einiger Ortschaften, auch sie dürften bald schon von einer besseren Breitband-Internet-Versorgung profitieren, steht auf schwachen Füßen. Denn ohne eine finanzielle Beteiligung von Stadt und Land beim Netz-Ausbau geht gar nichts. Das zeigt der Zwischenbericht zur Kehler Breitbandstudie.

von Edgar Bassler
Quelle: baden-online.de

Kehl. In ihren zwölf Ortschaften ist die Stadt Kehl nicht ausreichend mit Breitband-Internet versorgt. Am schlechtesten dran sind dabei neben Hohnhurst Teile von Kork, Auenheim, Kittersburg, Leutesheim sowie Zierolshofen Während jeder Bürger bei Strom und Telefon einen Versorgungsanspruch hat, gilt auf dem Markt für Breitband seit den 90er Jahren der freie Wettbewerb. Die Folge: »Es ist nachgewiesen, dass im Stadtgebiet von Kehl ein Marktversagen besteht. Der Steuerzahler muss helfen.« Reinhard Krause, als Diplom-Ingenieur Mitarbeiter bei Athanus Partners in Oberursel, traf diese Einschätzung am Mittwoch im Technikausschuss des Kehler Gemeinderates.

Im Juli 2009 hat die Stadt an Athanus Partners einen Auftrag über 19200 Euro vergeben mit dem Ziel, »Analyse, Konzeption und Empfehlungen als Entscheidungsgrundlage für Lösungen von örtlichen Breitband-Versorgungen« zu erhalten. Jetzt liegen Ergebnisse zur Ist-Analyse vor. Wie es darin heißt, erfolgt die Versorgung mit Internet-DSL im Stadtgebiet Kehl und in den Ortsteilen entweder über das vorhandene Telefonnetz der Telekom oder teilweise über das eigenständige Netz der Kabel Baden-Württemberg. In geringerem Umfang seien auch alternative Betreiber wie Funkanbieter aktiv.

Drei Vermittlungsstellen
Das Stadtgebiet von Kehl wird über drei Hauptvermittlungsstellen (HVM) der Telekom versorgt. An diesen werden alle Kupferdoppeladern eines Gebiets gebündelt. Innerhalb dieses Gebietes sind je nach Abstand zum HVM unterschiedliche Übertragungsraten möglich, wobei nach Auskunft von Reinhard Krause bei Abständen von 4,5 Kilometer und mehr kein vernünftiges DSL-Signal mehr beim Kunden ankomme.

Die Kabelnetze von Kabel BW versorgen Teilgebiete von Kehl, Bodersweier, Goldscheuer, Kork, Marlen, Neumühl und Querbach. Dabei werden zwischen 20 und 87 Prozent der in diesen Ortschaften versorgbaren Gebäude angeschlossen.

Um diesem Marktversagen entgegenzuwirken, fördert das Land Baden-Württemberg innerhalb seines Entwicklungsprogrammes ländlicher Raum (ELR) die Verbesserung der Breitbandversorgung. Landesmittel gibt es für Leerrohrtrassen und für Zuwendungen von Gemeinden an Netzbetreiber.
Bei einer Befragung unter Privathaushalten und Gewerbetreibenden in Kehl, die die Stadt und die Stadtmarketing GmbH im Juli 2009 durchführten, erwies es sich, dass die ELR-Fördervoraussetzungen in Auenheim, Hohnhurst und Leutesheim erfüllt sind. Bei den Gewerbetreibenden ist der Bedarf in nahezu allen Ortsteilen gegeben.

Angebote liegen vor
Auf der Grundlage dieser Befragungsergebnisse sind inzwischen mit verschiedenen Netzbetreibern Vorgespräche geführt worden. Auch Angebotsfragen wurden verschickt, die Auskunft geben sollen über die technische Leistung, mögliche Dienste und Angebote, Preise für den Endkunden, zeitliche Umsetzungsmöglichkeiten und den Kostenrahmen. Einige prüfbare Angebote liegen bereits vor, die laut Reinhard Krause jetzt geprüft und bewertet werden. Mit der Telekom seien indessen noch Gespräche bezüglich eines belastbaren Angebotes erforderlich. Bei einigen der eingegangenen Angeboten seien auch gemeinsame Lösungen mit Nachbargemeinden denkbar.

Voraussetzung für die Förderung nach dem ELR-Programm ist eine Befragung, bei der mindestens 50 Rückläufer von haushalten mit Unterversorgung erreicht werden müssen. Alternativ sind fünf Gewerbetreibende mit Unterversorgung als Fördervoraussetzung ebenfalls ausreichend.

Die Förderung für Leerrohre beträgt 25 Euro je laufendem Meter bei versiegelter und 15 Euro pro laufendem Meter bei nicht versiegelter Fläche. Bei Mitverlegung im Zuge anderer Baumaßnehmen beläuft sich der Zuschuss auf 10 Euro je laufendem Meter.

Bei Zuwendungen von Gemeinden an Netzbetreiber beträgt die Förderung 40 Prozent der Nettozuwendung der Gemeinde – maximal 30.000 Euro.




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Aktives Dorf Leutesheim, Februar 2010