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Vermischtes
August Karch wird »75« -
Interview mit dem Ortsvorsteher a. D.
Kehl-Leutesheim
(pr). August Karch ist seit drei Jahren im Ruhestand. Er ist
sehr naturverbunden und verbringt die Freizeit am liebsten
draußen mit seinem Hund Arco, einem deutschen Kurzhaar. Das hält
offensichtlich jung, denn am Mittwoch, dem 1. Januar feiert der
passionierte Jäger und Angler schon seinen 75. Geburtstag.
Jürgen Preiß unterhielt sich mit August Karch über das, was er
jetzt tut und was ihn zur Zeit bewegt.
Ortsvorsteher, Kreistag, Regionalverband und
Landesjagdverband. Sie waren während ihrer aktiven Zeit sehr
engagiert, langweilen Sie sich jetzt?
Karch: Die viele Freizeit ist für mich schon eine
Umstellung. Ich versuche den Tag deshalb so aktiv wie möglich zu
gestalten. Früh aufstehen tue ich nämlich immer noch gerne.
Ausgiebige Spaziergänge und Radfahren mit meinem Hund "Arco"
stehen im Mittelpunkt. Ich studiere die Zeitung jeden Tag sehr
genau. Außerdem gehe ich noch des öfteren zur Jagd oder zum
Angeln.
Ihnen fehlt also nichts?
Karch: Das kann man nicht sagen. 32 Jahre Bürgermeister
und Ortsvorsteher, 28 Jahre Kreistag gehen an einem genauso
wenig spurlos vorbei wie meine Mitgliedschaft im Regionalverband
und im Präsidium des Landesjagdverbandes. Das waren schon
verantwortungsvolle und interessante Posten. Bei den Jägern habe
ich damals Innenminister Schieß a. D. aus dem Amt verdrängt. Das
muss man sich mal vorstellen. Der ging nämlich nicht freiwillig.
Ich denke deshalb schon mit Wehmut an diese Zeit der
Verantwortung zurück. Doch was mir in erster Linie fehlt, sind
vor allen Dingen die Menschen. In den verschiedenen Gremien
haben wir eine sehr gute Kameradschaft gepflegt und ich traf
auch auf eine angenehme Gesellschaft. Mit der ließ sich was
machen.
Bestehen noch Kontakte?
Karch: Detlev Prößdorf ist nach wie vor ein guter Freund.
Wir telefonieren ab und zu miteinander. Andere trifft man auf
der Jagd. Ich bin zum Beispiel öfters mal bei Landrat Brodbeck
nach Renchen-Ulm eingeladen. Auf kommunaler Ebene habe ich
ebenfalls noch Kontakte. Ich besuche seit einiger Zeit
regelmäßig eine Stammtisch im Korker "Hirsch" und treffe dort
unter anderen Helmut Deck und Erwin Maurer. Man hat mich in
dieser Runde mit offenen Armen empfangen. Darüber bin ich sehr
dankbar.
Wird auch über Politik geredet?
Karch: Ja, natürlich!
Landesgartenschau, Mimram?
Karch: Das sind heikle Themen.
Ihre Meinung dazu?
Karch: Die Mehrheit hat Mimram gewünscht. Ob ich dabei
gewesen wäre, ist eine andere Sache. Die Minderheit sollte den
Beschluss aber nun akzeptieren, zumindest aber den Schwanz
einziehen. Die Miesmacherei kann der ganzen Sache nämlich nur
schaden. Ich würde es begrüßen, wenn man besser zusammenhielte.
Allerdings muss alles, was man jetzt macht, auch auf Jahre
gesehen finanzierbar sein. Die geforderten Gebührenerhöhungen
der Stadt stimmen mich aber schon nachdenklich.
Wird der Geburtstag am Mittwoch groß gefeiert?
Karch: Es gibt Sachen, vor denen kann man sich nicht
drücken. Die Jagdhornbläser und der Musikverein haben sich
angesagt. Ich betrachte das als Ehre.

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