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Sportverein Leutesheim

Der SVL im Fitnessstudio: Die Fußballer vom
SV Leutesheim halten sich mit »Fighting Fit« fit

von Corina Wießler

Nach dem Spiel ist vor dem Fitness-Training. Um optimal vorbereitet kommende Woche in die Vorrunde zu starten, scheuen sich die Fußballmannen vom SV Leutesheim nicht, ungewöhnliche Wege zu gehen. Einer davon führt ins Offenburger Fitnessstudio "Highlight".

Und so stehen 18 Sportler zwischen 18 und 33 Jahren samt Trainer Jürgen Wippich im verspiegelten Übungsraum. Vor ihnen baut sich eine athletische Trainerin mit blonden Pferdeschwanz im schwarzen Dress auf und verbreitet gute Laune. »Ich will Schweiß sehen! Gebt Gas!«

Erst »warmlaufen«
Doch bevor sich der eine oder andere noch überlegen kann, ob er auf das Kommando einer Frau hören will, gibt Olga Lingor schon das Startzeichen zum »Fighting Fit«. Sie schiebt eine CD mit treibender, lauter Musik ein und beginnt auf der Stelle zu marschieren, schließlich imaginäres Seil zuspringen (Jumps). Es gilt, erst mal die »Betriebstemparatur« hochzufahren.

Dann zeigt sie einige Schläge »Punch«, »Hook« und »Uppercut« in rascher Folge. Ohne Pause lässt sie die Jungs diese immer wieder widerholen. Doch nicht nur die Arme, auch die Beine müssen ran. »Kicks« – Tritte – nach vorne, links und rechts zur Seite und nach hinten kombiniert mit den Schlägen machen erst die Choreografie von »Fighting Fit« komplett. Dazwischen zur Abwechslung Jumps und – die verschärfte Form – Dribbeln.

Längst riecht das weitläufige Studio nach dem von Lingor geforderten Schweiß. Haben die jungen Männer anfangs noch miteinander gewitzelt und gelacht, sind die Münder bis auf vereinzeltes Stöhnen verstummt, die Mienen verbissen, die Köpfe rot, je weiter die Minuten fortkriechen.
Eine Stunde kann verdammt lange sein.

Vor allem, wenn die Koordination völlig ungewohnt, die Kondition am Anschlag ist. Doch keiner will aufgeben. »Der Gruppenzwang ist einfach zu stark«, gibt später Oliver Marz zu. Aber auch, dass das Ganze »richtig viel Spaß gemacht hat«, wie Steffen Blum und Sascha Müller ebenfalls bestätigen.

Arbeit fürs Gehirn
Man sieht’s den Fußballern an. Langsam sacken die Bewegungsabläufe ins Gehirn. Gingen die Schläge und Tritte zu Beginn ungezielt in alle Richtungen, nur nicht in die von der Trainerin gewünscht, nimmt die Choreografie allmählich Form an. Alles wirkt harmonischer, fließender. Letztendlich »tanzt so gut wie keiner mehr aus der Reihe.

Als endlich die Kombination nahezu fehlerlos ist, gibt Olga endlich Ruhe und stellt die Musik leiser. Noch eine Runde Streching, damit am nächsten Morgen kein Muskel miaut. Und die Jungs können in die nächste (Vor-) Runde starten.

Stichwort: Bewegung ist gut
Die Woche zuvor »Hot Iron«, im Sommer »Spinning« und nun »Fighting Fit«. Der Trainer der ersten und zweiten Seniorenmannschaft des SV Leutesheim setzt bei seinem Konzept auf ungewohnte Sportarten. »Alles, was Bewegung macht, ist gut für meine Leute«, betont Jürgen Wippich, der Wert auf Abwechslung legt.

Angst, dass ihn seine Jungs verfluchen könnten aufgrund der schweiß- und an die grenzentreibenden Maßnahme hat er nicht. »Es wusste zwar keiner im Vorfeld, was auf ihn zukommt, aber am Ende hat es allen superviel Spaß gemacht«, ist sein Fazit. Und plant, im Mai Trainerin Olga zum »Beinemachen« nach Leutesheim einzuladen.


»Das geht noch tiefer! Mit geradem Rücken! Und halten, halten!« Olga Lingor ließ die Fußballer vom SV Leutesheim während der »Fighting Fit«-Extrastunde mächtig ins Schwitzen kommen. (Foto: Corina Wießler)



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Aktives Dorf Leutesheim, Februar 2010