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Ortschaftsrat Leutesheim
Standesamt bald nur noch in Kehl?
Fusionspläne der Kehler Stadtverwaltung stoßen auf Kritik
Kehl-Leutesheim
(ar). So ganz trauen die Ortschaftsräte in Leutesheim und
Auenheim der Kehler Stadtverwaltung scheinbar nicht über den
Weg: Manche Ratsmitglieder sehen in der geplanten Zusammenlegung
der sieben Kehler Standesamtbezirke zu einem einheitlichen
Bezirk bereits einen »Vorgriff auf ein zentrales Standesamt« in
der Kehler Kernstadt. Eigentlich soll durch die Zusammenlegung
lediglich der Zugriff der Beamten auf die bisher getrennten
Register erleichtert werden. So könnten zukünftig beispielsweise
Sterbefälle aus dem Klinikum Kehl auch in den Ortschaften
beurkundet werden.
»Das Standesamt muss eine dezentrale Bürgerleistung bleiben«,
sagte Auenheims Ortsvorsteher auf der jüngsten Ratssitzung.
»Wenn wir nur noch Meldewesen machen, können wir ja gleich
heimgehen.« Der Rat wird deswegen in einem Schreiben an die
Stadtverwaltung noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass
seine Zustimmung zu den Plänen an die Bedingung gekoppelt ist,
in den Ortsverwaltungen auch weiterhin standesamtliche
Leistungen erbringen zu können. Die Stelle des Standesbeamten in
der Ortschaft dürfe außerdem nicht abgeschafft werden.
Auch in Leutesheim sorgte die Beschlussvorlage der Stadt für
Ärger. Ortsvorsteher Ernst Kleinmann fühlt sich übergangen:
»„Die Standesbeamten vor Ort wissen nicht einmal, wie das ganze
Prozedere ablaufen soll. Zuerst sollte man mit den betreffenden
Beamten Gespräche führen.« Und da der Leutesheimer Ortschaftsrat
keinen Beschluss fassen will, ohne über genaue Informationen zur
Sache zu verfügen, hat er seine Zustimmung zunächst versagt.

Archivfoto
Das
Standesamt nur noch in Kehl? Gegen diese Pläne wollen die
Ortschaftsräte nun vorgehen.
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