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Ortschaftsrat Leutesheim
Leutesheimer Rat sagte "JA" zur
Waldzertifizierung
Kehl-Leutesheim
(pr). Der Ortschaftsrat Leutesheim hat sich für eine
Zertifizierung des Stadtwaldes ausgesprochen. Werner Keck
stimmte dagegen.
Siegfried Schneider stellte das Konzept der Zertifizierung vor.
"Der Waldbesitzer handelt nach dem Prinzip der ökologischen und
nachhaltigen Bewirtschaftung und lässt sich das von neutraler
Stelle bestätigen", erklärte der Umweltbeauftragte der Stadt
Kehl. Die Kosten der Zertifizierung für den gesamten Kehler
Stadtwald sollen einmalig 6.000 Euro und danach pro Jahr 1.100
bis 1.300 Euro, hieß es in der öffentlichen Ratsitzung am
vergangenen Mittwochabend.
Werner Keck dazu: "In Zeiten eisernen Sparens ist diese Ausgabe
nicht nachvollziehbar."
Siegfried Schneider hielt dagegen, dass man für zertifiziertes
Holz einen höheren Verkaufspreis erzielen kann. In Deutschland
sei die Nachfrage derart hoch, dass man auf
Importproduktprodukte angewiesen sei. Peter Kiefer sagte, dass
höherer Preise sich wohl nur so lange erzielen lassen würden,
bis alle Waldbestände in Deutschland zertifiziert sind.
Beim Prinzip der ökologischen und nachhaltigen
Waldbewirtschaftung soll auf Naturverjüngung gesetzt werden. Das
heißt: Die Bäume sorgen durch Samenfall für eigenen Nachwuchs,
erklärte Siegfried Schneider. "Was passiert dann mit unserer
Baumschule", wollten die Ratmitglieder wissen. Schneider sagte,
dass man wohl weiter auf deren Produkte in den Fällen angewiesen
sei, wo die Naturverjüngung nicht funktioniere. "Was im
Rheinwald durchaus vorkommt", schob Werner Keck ein.
"Gibt es Einschränkungen für die Leute im Ort, die ihr Brennholz
im Wald selbst machen?", wollte Kleinmann wissen. Dies würde
eine Lawine von Reklamationen hervorrufen, denn die Zahl der
sogenannten Selbstwerber sei in Leutesheim hoch, die Tendenz
steigend. Siegfried Schneider vertrat die Auffassung, dass hier
mit keinen Änderungen zu rechnen sei. "Die Transporte müssen
nach wie vor auf den Rückegassen erfolgen, der Waldboden darf
flächig nicht befahren werden, sonst würde es zu einer
Schädigung der Jungpflanzen kommen", erklärte der
Umweltbeauftragte. Siegfried Schneider meinte abschließend, dass
man sich mit einer Zertifizierung des Waldes selbst keine
Fesseln anlegt. Und weiter: "Im großen und ganzen halten wir uns
nämlich heute schon an die Zertifizierungsvorgaben. Neu wird nur
sein, dass wir uns dies von neutraler Stelle auch bestätigen
lassen".

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