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Ortschaftsrat Leutesheim

OB Günther Petry zum Thema Vereinsförderung:
"Das Sparen muss von oben vorgelebt werden"

Kehl-Leutesheim (pr).  Die Vereine in Kehl werden möglichicherweise künftig von der Stadt zur Kasse gebeten. OB Günther Petry stimmte bei seinem Besuch am Montagabend in Leutesheim die Vorstandsmitglieder (v. l.) Theo Clemens (Angelsport), Monika Wittke (Landfrauen), Jürgen Hummel (Sportverein), Jürgen Zeller (Musikverein), Uwe Hummel (Schützen), Ottmar Schneider (Musikverein) und Hermann Heidt (Sängerbund) schon mal darauf ein.

Bei seinem Besuch in Leutesheim am Montagabend hat Oberbürgermeister Dr. Günther Petry die Vereinsvorstände schon mal auf Kürzungen bei der städtischen Vereinsförderung eingestimmt.

Diskutiert wurde im Feuerwehrhaus während eines gemeinsamen Vespers. Und manch einem der Vereinsvorstände ist dabei wohl so mancher Bissen beinahe im Hals stecken geblieben. Insbesondere als der Kehler OB zu Beginn die angespannte Finanzlage der Stadt schilderte. "Die Situation der Kommunen ist fatal, die Einnahmen decken die Ausgaben nicht mehr. Im Verwaltungshaushalt haben wir ein echtes Problem", sagte Petry. Das Finanzloch im Haushalt 2004 bezifferte Petry mit einer Million Euro.

Es bestünde bei den Kommunen keine Neigung an der Steuerschraube zu drehen, "Bund und Länder langen schon genug hin", erklärte der OB weiter. Folglich müsse man die Ausgaben senken: Sparen wolle und müsse man auch bei der Vereinsförderung. "Wir denken über Benutzungsgebühren für Sportplätze und Hallen nach", sagte Petry und nannte Beispiele: Für die Benutzung der Kreissporthalle durch Kehler Vereine müsse die Stadt jährlich rund 36.000 Euro nach Offenburg überweisen. Städtische Hallen und Sportplätze würden den Vereinen kostenlos überlassen. Derlei Unterstützungen stünden nun auf dem Prüfstand. Denkbar wäre, so Petry weiter, dass die Stadt die Betriebskosten für ihre Anlagen an die Nutzer weiterberechnet. "Doch wie kann man die Gebühren verursachergerecht verteilen?", fragte der OB in die Runde. Der Gemeinderat habe für die Lösung dieser Frage eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, der unter anderem Margot Wohlbold-Melet aus Leutesheim angehört. Die Vereine sollen aber nicht nur Benutzungsgebühren zahlen, sondern auch weniger Förderung erhalten. So denkt man bei der Stadtverwaltung zur Zeit darüber nach, die Vereinszuschüsse nach den städtischen Förderrichtlinien auf die Dauer von zwei Jahren einzufrieren, informierte Günther Petry.

"Müssen wir dann wieder in die Wirtschaft?", fragte Hermann Heidt vom "Sängerbund". Früher hätte der Chor im Löwensaal geprobt und zwar kostenlos. Theo Clemens sagte, dass durch die angekündigten Kürzungen auch die Jugendarbeit leiden würde. Der Anglerchef bemängelte zudem, dass das Sparen von oben herunter nicht vorgelebt würde. "Wie will man der Bevölkerung klar machen, dass sie den Gürtel enger schnallen soll, wenn man im gleichen Atemzug immer mehr für die umstrittene Mimram-Brücke ausgibt", fragte Clemens. Und Hermann Heidt fügte hinzu, dass die Feuerwehr einen neuen Blouson für die Gesamtwehr anschaffen will. "Nur weil die Jungfeuerwehrleute nicht die alte Uniformen anziehen wollen, muss man doch nicht gleich für alle Mann einen neue Jacke angeschafft werden", bemängelte Heidt.

Ortsvorsteher Ernst Kleinmann sagte, dass man in Leutesheim sicherlich Verständnis habe für die geplanten Einsparungen der Stadt, "allerdings muss es gerecht zugehen", mahnte der Leutesheimer Rathauschef.




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Aktives Dorf Leutesheim, September 2003