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Ortschaftsrat Leutesheim

Leutesheimer Rat sagt "Nein" zu geändertem Trassenverlauf des Kieswerks Prestel

Kehl-Leutesheim (pr).  Der Ortschaftsrat Leutesheim ist mit dem geplanten Trassenverlauf des Förderbandes, mit dem die Firma Prestel Kies aus dem Leutesheimer Baggersee "Mittelgrund" zur Rheinverschiffung transportieren will, nicht einverstanden. Dies wurde in den jüngsten Ratsitzung im Feuerwehrhaus deutlich gemacht. Eine Zustimmung zu dem in dieser Firma vorgelegten Antrag wird es unsererseits nicht geben, sagte Ortsvorsteher Ernst Kleinmann.

Prestel will durch eine Tiefenbaggerung im "Mittelgrund" 450.000 Tonnen Kies und Sand pro Jahr fördern. Davon sollen 370.000 Tonnen über den Rhein verschifft werden. Eine Flächenerweiterung des Sees ist nicht geplant.

Der Antrag auf wasserrechtliche Genehmigung für die Schiffsverladeanlage sieht nun vor, dass das Förderband südlich der Straße entlang des Sees, also zwischen Ufer und Straße installiert werden soll, erklärte Ernst Kleinmann. Dies hätte zur Folge, dass der gesamte nördliche Uferbereich des Baggersees eingezäunt und dadurch für die Bevölkerung nicht mehr zugänglich wäre, erklärte der Ortsvorsteher. In dem vor fünf Jahren vereinbarten Kiesausbeute-Vertrag zwischen Stadt und Prestel hätte man sich aber auf einen Trassenverlauf nördlich der Straße, also zwischen Weg und dem dahinterliegenden Altwasser, verständigt, hieß es weiter. Eine Änderung werde von Seiten des Leutesheimer Ortschaftsrats, vom Angelsportverein und von vielen Leutesheimer Bürgern nicht toleriert, sagte Ernst Kleinmann. Würde die Maßnahme so durchgeführt wie nun geplant, würde der Leutesheimer Bevölkerung nur noch das Westufer des Sees für eine Naherholung zur Verfügung stehen. Das Ostufer würde ohnehin schon durch die Betriebsanlagen des Kieswerkes belegt und damit für Angler sowie Badegäste unzugänglich gemacht.

Begründet wird die Änderung seitens der Antragstellerin mit einer geplanten Polder-Maßnahme am Rhein. Bei Leutesheim soll ein Rückhaltebecken eingerichtet werden. Bei einem Aufstau müsste die Schiffsanlegestelle an dem zuerst ins Auge gefassten Ort entfernt werden, hieß es in der Begründung. "In Leutesheim ist aber von solch einer geplanten Poldermaßnahme überhaupt nichts bekannt", sagte Kleinmann. Zudem lägen alter und neuer Trassenverlauf gerade mal zehn Meter voneinander entfernt, rechnete Kleinmann vor. "Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese zehn Meter eine Rolle spielen". Bürgermeister Armbruster hätte ihm, Kleinmann, versprochen, dass die Meinung des Leutesheimer Rates von der Stadtverwaltung akzeptiert und auch vertreten werde.




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Aktives Dorf Leutesheim, September 2003