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Ortschaftsrat Leutesheim
Ortschaftsrat diskutierte über den
Grundschulstandort Leutesheim:
»Das stabile Ganze nicht auseinander reißen«
Kehl-Leutesheim
(pr). Keine
voreiligen Entscheidungen in Sachen Grundschule will der
Ortschaftsrat Leutesheim treffen. Am besten soll alles beim
Alten bleiben, hieß es am Montagabend in der öffentlichen
Ratsitzung. Dass früher oder später aber Änderungen durchaus zur
Diskussion stehen, ging aus dem Bericht von Ulrike
Kleinknecht-Strähle hervor. Denn in Leutesheim sind die
Geburtenzahlen stark rückläufig. Die Fachbereichsleiterin für
Bildung und Schulen bei der Stadt stellte den Bürgervertretern
Fakten und Prognosen vor.
Von 1997 bis 1999 kamen in Leutesheim demnach durchschnittlich 17 Kinder pro
Jahr auf die Welt, in den vergangenen drei Jahren waren es jeweils nur noch
acht, hieß es in der gut besuchten Versammlung.
122 Schüler zählt die teilweise zweizügige Grundschule Leutesheim aktuell. 61
davon kommen aber nur aus Leutesheim. Der Rest der Kinder ist aus Bodersweier
und Zierolshofen. Außerdem gibt es eine Außenklasse der Astrid-Lindgren-Schule
Hesselhurst. Das von der Stadt Kehl beauftragte Gutachten stellt verschiedene
Szenarien vor um dem prognostizierten Schülerschwund zu begegnen.
Tenor darin: Durch eine Reduzierung auf drei Hauptschulen in der Gesamtstadt
Kehl würde der Hauptschulstandort Bodersweier wegfallen. Im Gegenzug dazu könnte
Bodersweier wieder eine Grundschule erhalten. Derzeit pendeln die Bodersweierer
Kinder pro Schuljahr abwechselnd zur Grundschule nach Auenheim und nach
Leutesheim. Der Leutesheimer Schulleiter Rolf Geisinger, der Gast war in der
öffentlichen Ortschaftsratsitzung, hält aber wenig von einem dritten
Grundschulstandort: »Aus dem stabilen Ganzen würden dann zwei unstabile Hälften
werden«, sagte der Pädagoge. Zwei Grundschulstandorte, in Bodersweier und in
Leutesheim, seien von den Schülerzahlen her nicht überlebensfähig.
Jahrgangsübergreifender Unterricht sei dann genauso ein Thema wie ein ständiger
Wechsel in der Lehrerschaft. Auch Pädagogen hätten gerne eine gewisse
Arbeitsplatzsicherheit, sagte Rolf Geisinger. Und die sei durch ein
Auseinanderreißen des jetzigen, gut funktionierenden Gefüges, nicht mehr
gewährleistet, mutmaßte der Rektor.
Laut Ratsmitglied Hans Bartelme müsse die Stadt auch die Verwertbarkeit
leerstehender Schulgebäude im Auge behalten. Wer kauft schon ein Schulgebäude,
fragte er in die Runde. »Letztendlich darf man sich von der Landesregierung
nicht alles diktieren lassen«, ergänzte Rainer Hauß. In die Ausbildung der
Kinder müsse investiert werden und dies funktioniere nicht mit einem
Stellenabbau bei den Lehrern, sagte der Bürgervertreter. Rainer Hauß forderte
dazu auf, mit einem »breiten Nein« seitens der Kommunen ein Zeichen des
Widerstands gegen die Schließung von Schulen zu setzen.
Ulrike Kleinknecht-Strähle sagte, dass es in der jetzigen Diskussion über
Schulstandorte in erster Linie um die Hauptschulen ginge. Die Frage der
Grundschulen sei eine andere. Die Standorte in Auenheim und Leutesheim seien
stabil in der jetzigen Form. »Ich glaube nicht, dass die Verlegung der
Grundschule Leutesheim nach Bodersweier eine sinnvolle Option ist«, ergänzte die
Fachsbereichsleiterin.
Ernst Kleinmann vertrat die Ansicht, dass die Diskussion über die Schulstandorte
fortgeführt werden müssen. Es tauchen immer neue Argumente und Lösungsansätze
auf. »Beschlussfähig ist diese Sache noch lange nicht«, sagte der Ortsvorsteher.

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