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Ortschaftsrat Leutesheim
Personalkosten reduzieren
Kehl-Leutesheim
(pr). Die Personalkosten der Stadt Kehl sollen reduziert werden.
Dies wird nach Lage der Dinge auch Auswirkungen haben auf den
Jugendtreff in Leutesheim. Das Thema wurde in der jüngsten
Leutesheimer Ratsitzung mit OB Günther Petry diskutiert.
Die Stadt hätte aufgrund einer äußerst angespannten Finanzlage
die Pflicht im Personalbereich zu sparen "was das Zeug hält",
sagte der Kehler Rathauschef. "In den nächsten sechs Jahren wird
keine freiwerdende Stelle mehr besetzt. Wir werden quasi im
eigenen Saft schmoren", erklärte Petry, dies sei ein
"Saugeschäft", denn die Arbeit der Ausscheidenden müsse auf die
Verbleibenden verteilt werden. Pro Jahr will man so sechs
Stellen eingesparen, hieß es.
Beim Leutesheimer Jugendtreff soll die Arbeitszeit von Leiterin
Monika Lindenberg um wöchentlich zwei Stunden gekürzt werden.
Ortsvorsteher Ernst Kleinmann berichtete, dass die evangelische
Kirche den Zuschuss für Leutesheimer Jugendtreff um 1.500 Euro
auf nunmehr 4.500 Euro pro Jahr kürzen werden. "Wir sind nicht
bereit dies auszugleichen", betonte Petry. Kleinmann rechnete
vor, dass die Kürzung der Kirche umgerechnet eine Stunde pro
Woche ausmache, "warum sollen dann zwei entfallen", fragte der
Leutesheimer Ortsvorsteher. Dass ein Jugendtreff von der Kirche
bezuschusst werde, sei einmalig in Kehl. "Man kann uns doch nun
nicht bestrafen, wenn dieser Zuschuss immer kleiner wird",
betonte Kleinmann. Außerdem komme man im Leutesheimer "Treff"
ohne Reinigungskraft und ohne Zivildienststelle aus. "In
Goldscheuer gibt es zwei volle Stellen, einen Zivi und eine
Putzfrau", berichtete Margot Wohlbold-Melet. Man müsse die
Stundenzahlen bei der Jugendarbeit an der Einwohnerzahl messen,
foderten die Gemeinderätin und Ernst Kleinmann. "Wenn sich dann
herausstellt, dass wir im Vergleich zu anderen zu hoch liegen,
sind wir gerne zum Sparen bereit", sagte der Leutesheimer
Rathauschef.
Angesprochen wurden am Montagabend auch die Personalkosten bei
den Ortsverwaltungen. Günther Petry: "Die
Gemeindeprüfungsanstalt hat festgestellt, dass diese in Kehl im
Vergleich zu anderen Städten doppelt so hoch sind." Ernst
Kleinmann begründete das damit, dass eben eine weitergehende
externe Sachbearbeitung stattfinde, zum Beispiel bei der
Beantragung eines Personalausweises. Günther Petry sagte, dass
die Stadt dies derzeit überprüfen lasse, nach dem Motto: "Was
wird auf bei den Ortsverwaltungen geleistet, das anderso nicht
geleistet wird?"
Auch August Karch meldete sich in dieser Sache während der
Bürgerfragestunde zu Wort. Manche Ämter in Kehl hätten in
jüngster Zeit personell gewaltig zugelegt, monierte der frühere
Leutesheimer Ortsvorsteher. Petry begründete dies mit einem
erhöhten Arbeitsanfall im Bereich Bauwesen. Dieser sei aber
zeitlich begrenzt und man habe deshalb auch nur befristete
Verträge vereinbart.
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