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Ortschaftsrat Leutesheim
Öffentliche Ortschaftsratsitzung
April
Kehl-Leutesheim
(pr). Der Fuß- und Radweg zwischen Leutesheim und Bodersweier
soll bis Ende dieses Jahres, spätestens jedoch im Frühjahr 2003
gebaut werden. Diese Forderung formulierten die beiden
Ortschaftsräte in einer gemeinsamen Sitzung, die vor kurzem im
Leutesheimer Feuerwehrhaus stattfand.
Eine Verzögerung oder ein weiteres Hinausschieben der
Baumaßnahme würde bei der Bevölkerung sicherlich auf völliges
Unverständnis stoßen, meinte Ernst Kleinmann, "die Gefährdung
der Radfahrer durch den Straßenverkehr ist auf der jetzigen
Strecke einfach zu groß". Dass vom Kreistag grünes Licht für die
Baumaßnahme kam, hätten man in erster Linie den beiden
Kreisräten Heinz Faulhaber und Dr. Manfred Schütterle zu
verdanken, lobte Ernst Kleinmann. Sein Kollege Hans-Theo Faller
ergänzte, dass es gut sei, dass die Zusammenarbeit zwischen den
beiden Dörfern so gut funktioniert. Mit dem Votum beider
Ortschaftsgremien sollte es möglich sein, auch im Gemeinderat
eine Mehrheit für den baldigen Bau des Radweges zu finden. Der
zirka zwei Kilometer lange Fuß- und Radweg entlang der
Kreisstraße kostet nach vorliegenden Ermittlungen rund 290.000
Euro. 30 Prozent davon übernimmt der Kreis, die Stadt Kehl trägt
den Rest, informierte Ernst Kleinmann eingangs. Der Leutesheimer
Ortsvorsteher monierte dabei auch gleich, dass die beiden
Ortsverwaltungen von der Stadt bis heute noch keine schriftliche
Information über die Zuschussbewilligungen des Kreises erhalten
haben. Das Kehler Rathaus sei aber bereits am 4. März über den
Beschluss des Kreistages informiert worden, wusste Ernst
Kleinmann. "Dass das Geld vom Kreis schon in diesem Jahr zur
Verfügung steht, ist für uns aber eine neue Situation: Die Stadt
muss mit dem erforderlichen Grundstückserwerb sofort beginnen",
forderte der Leutesheimer Rathauschef, sonst würde die
Baumaßnahme nur unnötig verzögert. Nach Auskunft Kleinmanns sei
ein rund 150 Meter langer Streckenabschnitt im Gewann "Walloo"
Privateigentum, der Rest des Baugeländes gehöre der Stadt. Der
Weg soll östlich der Kreisstraße verlaufen. Mit der geplanten
Streckenführung war Karl Lauck nicht einverstanden: "Ein Radweg
entlang der Kreisstraße verbraucht zu große Flächen und
verursacht deshalb hohe Kosten", kritisierte das
Ortschaftsratsmitglied aus Bodersweier und favorisierte den
Ausbau des mittleren Riedweges. Ernst Kleinmann entgegnete, dass
dieser Feldweg zu weit weg sei von der Straße. Wilhelm
Treffinger fügte an, dass die Entscheidung im Kehler Gemeinderat
für die jetzt ins Auge gefasste Variante gefallen sei, "hierüber
sich noch mal Gedanken zu machen ist unnötig". Margot
Wohlbold-Melet meinte, dass man den finanziellen Aspekt in den
Vordergrund stellen muss: "Für dieses Jahr stehen im Haushalt
der Stadt keine Mittel bereit. Deshalb muss dafür gesorgt
werden, dass im Zuge der Haushaltsberatungen 2003 die notweniges
Beschlüsse gefasst und die Mittel bereit gestellt werden", so
Margot Wohlbold-Melet. Karl Britz konnte sich dem nicht ganz
anschließen: "Zum Jahresende gibt es immer mal wieder
Haushaltsreste bei anderen Maßnahmen. Man sollte auch diesen
Aspekt mit einbeziehen". Ortschaftsratkollege Gerhard Hummel
erinnerte daran, dass in jedem Frühjahr eine Krötenzaun entlang
der Verbindungsstrecke errichtet wird. Dr. Manfred Schütterle
sagte, dass die Kosten für das Errichten einer permanenten
Schutzeinrichtung zu hoch seien und nicht bezuschusst würden.
Zudem stünde der Aufwand nicht im Verhältnis mit einem nur noch
geringen Krötenbestand im dortigen Bereich.

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