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Ortschaftsrat Leutesheim
Überraschendes Aus für die Idee
eines gemeinsamen Mitteilungsblattes von Leutesheim und Auenheim
Kehl-Leutesheim
(ar). Ganz so unrepräsentativ war die inoffizielle
Unterschriftenliste wohl dann doch nicht, die kurz vor der
Abstimmung bei Ortsvorsteher Ernst Kleinmann einflatterte. „Wir
wollen unser altes Amtsblatt“, hatten ein paar Spaßvögel an den
Leutesheimer Rathauschef adressiert. Aber auch der Ortschaftsrat
war geteilter Meinung, was die Zukunft des amtlichen
Mitteilungsblattes angeht. Mit Stimmengleichheit (fünf gegen
fünf) erteilte er der neuen Version des Verkündblattes eine
Absage.
Damit ist Leutesheim nach Querbach nun die zweite Kehler
Ortschaft, die den Vorschlag der Firma Reiff Medien, künftig
Druck und Gestaltung des amtlichen Mitteilungsblattes zu
übernehmen, abgelehnt hat. Und das, obwohl laut Kleinmanns
Berechnungen etwa 3000 Euro im Jahr eingespart werden könnten,
wenn die Litzemer ihr „Blättel“ an das in Offenburg ansässige
Unternehmen abgeben.
Er warf sich in der jüngsten Ratsitzung allerdings vergebens ins
Zeug. „Das ist doch eine Werbezeitschrift“, monierte Ortsrätin
Gisel Wohlschlegel nach Sichtung der Mitteilungsblätter von Kork
und Willstätt, die bereits auf das neue System umgestellt haben
– und sprach damit zumindest einigen Leutesheimern aus der
Seele. „Da kommt ein dritter Guller beziehungsweise
Stadtanzeiger auf uns zu“, fürchtete Dieter Thorwarth, einer der
beiden Zuschauer bei der Ortschaftsratsitzung am vergangenen
Dienstag. „Der Bürger wird mit Informationen überschüttet, die
er gar nicht haben will“, sagte er und spielte dabei auf einen
möglicherweise ausufernden Werbeteil im Blatt an. Er ist sich
sicher: „Der Einzige, der von dieser Lösung profitiert, ist
Reiff“, und fügt hinzu: „Wir sollten nicht vergessen, dass es
sich eigentlich um ein offizielles Amtsblatt handelt.“
Ähnliche Bedenken äußerten zunächst auch Vertreter des
Ortschaftsrates Auenheim. Im Gegensatz zu seinem Amtskollegen in
Leutesheim konnte der Auenheimer Rathauschef die Runde
allerdings schnell von den Vorzügen der neuen Lösung überzeugen:
„Die ist einfach zeitgemäß und kann viel mehr leisten als wir es
bisher konnten, sowie von der Gestaltung als auch vom Umfang“,
sagte Werner Müll. Er verwies auf die Tatsache, dass
gelegentlich Anzeigen Gewerbetreibender abgelehnt werden
mussten, weil diese sonst den Rahmen gesprengt hätten. Höchstens
vier Seiten durfte das alte Mitteilungsblatt haben, sonst wäre
es zu unrentabel geworden.
Einziger Wermutstropfen für die Auenheimer ist, dass Leutesheim
bei einer gemeinsamen Lösung nicht mitziehen will. Zwischen den
beiden Ortschaften bestehen seit jeher enge Beziehungen, da
hätte sich ein gemeinschaftliches Projekt angeboten. Doch die
Auenheimer wollen nicht aufgeben: Sie fordern den Leutesheimer
Ortschaftsrat auf, seine Meinung noch einmal zu überdenken – und
sind auch bereit, den geplanten Start des neuen Auenheimer
Verkündblattes (1. Januar 2011) zu verschieben, falls die „Litzemer“
noch Zeit brauchen, um sich zu beraten.

Die Auenheimer hätten in Sachen Mitteilungsblatt die
Leutesheimer gern im gleichen Boot. Doch der „Litzemer“
Ortschaftsrat ließ die Pläne platzen. Eine gemeinsame Lösung
könnte wie das Muster (farbig) auf dem Foto aussehen. Auenheim
fordert die Leutesheimer zur nochmaligen Beratung auf.
(Foto: Antje Ritzert)
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