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Ortschaftsrat Leutesheim

Sind Holzfenster an städtischen Gebäuden noch zeitgemäß?

Kehl-Leutesheim (pr).  Wegen der Materialauswahl für die neuen Fenster an der Leutesheimer Mehrzweckhalle liegt Ortsvorsteher Ernst Kleinmann mit der Hochbauabteilung der Stadt im Clinch: Die Leutesheimer wollen Kunststoff, die Hochbauabteilung will Holz.

"Die Stadtverwaltung bezieht sich dabei auf einen Gemeinderatbeschluss von 1990, mit dem aus gesundheitlichen Gründen der Einbau von Kunststofffenstern in Gebäuden der Stadt abgelehnt wird", berichtete Ernst Kleinmann in der jüngsten Leutesheimer Ratsitzung. Die neuen Fenster sollen im Zuge der Baumaßnahme "Erweiterung Mehrzweckhalle" an der Westseite des Gebäudes eingesetzt werden. "Wenn wir für diese Wetterseite Holzfenster nehmen, werden diese schon nach wenigen Jahren kaputt sein", mahnte Kleinmann.

Als nicht mehr zeitgemäß kritisierte er deshalb den Gemeinderatbeschluss aus dem Jahr 1990. "Hat man bei der Stadt denn immer noch nicht gemerkt, dass man mit Kunststoff Geld sparen kann?", fragte der Rathauschef. Wohnbau und Stadtwerke hätten die Nachteile von Holz bereits erkannt. Im Kehler Wasserturm seien jüngst deshalb Kunststofffenster eingesetzt worden, wusste Kleinmann. Als Alternative zu Kunststoff könnte sich der Leutesheimer Ortsvorsteher allenfalls Fenster aus Aluminium oder Holz-Aluminium vorstellen. Diese Varianten seien allerdings von der Hochbauabteilung aus Kostengründen abgelehnt worden, berichtete der Ortsvorsteher. Die Geschichte hätte ihn, Kleinmann, bereits an den Rand der Verzweiflung gebracht. Zumal die Leutesheimer nun immer mehr unter Zeitdruck geraten. Die Fensteröffnungen in der Mehrzweckhalle wurden nach dem Entfernen der alten Fenster notdürftig mit Plastikfolie verschlossen. "Wir müssen in dieser Sache nun zügig vorankommen", mahnte Ratsmitglied Ottmar Schneider, "in fünf Wochen soll in der Halle das Herbstfest des Gesangvereins stattfinden".




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Aktives Dorf Leutesheim, September 2003