|
Ortschaftsrat Leutesheim
Der Leutesheimer Ortschaftsrat
warnt: Wegen Platzmangel drohen bald Kita-Wartelisten
Kehl-Leutesheim
(red/mmü). Ab 2013 sollen Eltern von Kindern ab einem Jahr einen
Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz oder eine Tagesmutter
haben. Dieses Versprechen gaben Bund, Länder und Kommunen den
Eltern bei einem »Krippengipfel« vor fünf Jahren. Doch von der
Einlösung sind vor allem die »alten« Bundesländer noch weit
entfernt: Inzwischen gibt sogar die Bundesregierung zu, dass
derzeit noch 220 000 Krippenplätze fehlen.
Auch in Leutesheim wird es eng. 45 Betreuungsplätze stehen laut
Betriebserlaubnis zur Verfügung; davon sind zehn Krippenplätze.
Doch diese Kapazitäten dürften schon bald nicht mehr ausreichen.
Das zeigten die Zahlen, die Kindergartenleiterin Monika
Schwennsen am Dienstag dem Ortschaftsrat präsentierte.
Derzeit gibt es keine Engpässe, aber die Kapazitätsgrenze ist
erreicht. Zwar verlassen die Kinder die Krippe, sobald sie drei
Jahre alt werden, und wechseln in die Regelgruppe (derzeit 25
Kinder) oder die Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten (VÖ-Gruppe),
doch allein dadurch wird sich die Aufnahmefähigkeit der Krippe
auf Dauer nicht sichern lassen: Nach Schwennsens Berechnungen
muss sie spätestens ab April 2013 das erste Kind auf die
Warteliste setzen.
Wer zuerst kommt...
Bis 2014 wird sich die Warteliste sogar sukzessive auf vier bis
fünf Kinder verlängern – »da kann ich fast eine zweite
Krippen-Gruppe aufmachen«. Und es könnte sogar noch schlimmer
kommen: »Ich bin fest davon überzeugt, dass ich noch nicht alle
Kinder erfasst habe, die in Frage kommen.« Schon jetzt kommen
Eltern zu ihr, um ihre gerade mal ein paar Wochen alten
Säuglinge oder gar noch ungeborene Kinder für die Aufnahme im
Kindergarten anzumelden – und zwar ab dem Zeitpunkt, wenn das
Kind ein Jahr alt wird. Denn bei der Anmeldung gilt laut
Schwennsen das Prinzip »Wer zuerst kommt, mahlt zuerst«.
Zudem können Krippenkinder derzeit nur halbtags betreut werden.
Es sei jedoch durchaus vorstellbar, dass die Eltern
weitergehenden Betreuungsbedarf geltend machen – etwa in Form
einer VÖ-Gruppe oder gar einer Ganztagsbetreuung, die derzeit in
Leutesheim überhaupt nicht möglich ist.
Auch in den umliegenden Ortsteilen sehe es ähnlich aus. Die
Entwicklung könne zudem auch auf die älteren Kinder
durchschlagen, befürchtet Schwennsen. Denn die Krippenkinder
müssen, sobald sie drei Jahre alt werden, in die Regel- oder die
VÖ-Gruppe aufgenommen werden. Doch auch diese sind inzwischen
bis obenhin voll. Da könne es sein, dass Zuzügler mit Kindern im
Kindergartenalter, die ihre Sprösslinge im Kindergarten
Leutesheim betreuen lassen wollen, abgewiesen werden müssen.
Platz für Anbau
Vor allem sei es ein Raum-Problem, meinte die
Kindergartenleiterin: Gebraucht werde mindestens ein
zusätzlicher Gruppenraum nebst kleinem Ruheraum und zusätzlichen
Sanitär- und Wickelräumen. Dafür müsste ein Anbau her. Möglich
sei außerdem, bei den Drei- bis Sechsjährigen zusätzlich eine
Kleingruppe einzurichten für die Kinder, die aus der Krippe
hinüber wechseln. Doch auch das geht nur, wenn genug Räume und
Personal vorhanden sind. Ein Ausweichen auf die Kellerräume
komme nicht in Frage: Dort sind die Decken zu niedrig.
Platz für einen Anbau wäre auf dem Kindergarten-Areal genug.
Ortsvorsteher Ernst Kleinmann schlug als Überbrückungs-Lösung
die Aufstellung eines Containers vor.

Foto: Marco Karch
Der Kindergarten Leutesheim braucht mehr Platz für die
Unterbringung der Kleinsten. Sonst könnten schon bald
Wartelisten drohen.
|