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Ortschaftsrat Leutesheim
Leutesheimer zeigen sich erbost über die Kritik
von
OB Petry am Radweg nach Bodersweier:
"Es gärt an manchen Ecken"
Kehl-Leutesheim
(pr). "Wir müssen uns fragen, ob wir mit
diesen schönen Mitteln das richtige gemacht haben." So wurde der Kehler
Oberbürgermeister Günther Petry in einem Presseartikel von Mitte Februar
zitiert, in dem es um Mehrkosten beim Bau des Radweges zwischen Bodersweier und
Leutesheim ging. 38.000 Euro sei die Maßnahme teurer geworden als veranschlagt.
Die Äußerung war in einer Verwaltungsausschusssitzung in Kehl gefallen. Über
diese Worte des OB gab es nun im Leutesheimer Ortschaftsrat ganz schön Ärger.
Petry stelle mit diesen Worten den Ausbau des Radwegenetzes in Kehl
grundsätzlich in Frage. Die Äußerung des Oberbürgermeisters seien ein Schlag ins
Gesicht all derjenigen, die jahrlang um diesen Radweg gekämpft haben, haderten
die Ortschaftsräte.
Stadtrat und Sitzungsgast Heinz Faulhaber erinnerte daran, dass sich Petry im
Jahr 2001 für den Radweg eingesetzt habe. Die jüngste Aussage sei daher sehr
unglücklich.. "Wenn man erreichen will, dass Kehl familienfreundlich ist, kann
man sich wohl kaum gegen ein solches Projekt aussprechen", meinte Faulhaber. Man
müsse mit Petry über die Sache reden.
Erst Kleinmann berichtete, dass der Presseartikel mit der Äußerung des Kehler
Stadtoberhauptes harsche Kritik Leutesheimer Bürger zur Folge hatte. "Es gab
viele Anrufe bei mir. Es gärt an manchen Ecken", berichtete der Ortsvorsteher.
Der mit dem Baumaßnahme beauftragte Unternehmer habe sich nach Erscheinen des
Zeitungsartikels an Kleinmann gewandt und erklärt, dass die Verteuerung der
Baukosten nicht ihm zuzurechnen sei, sondern der Stadt. Die Fundamentarbeiten
für die Brücke über den Mühlbach hätten deutlich aufwendiger ausgeführt werden
müssen als geplant, zitierte Kleinmann den Bauunternehmer. Aus dem Ortschaftsrat
hieß es dazu, dass Petry zuerst in den eigenen Reihen kehren müsse, bevor er mit
Kritik nach außen gehe.
Erneute Kritik gab es in diesem Zusammenhang während der Sitzung über den
Zustand der Holzbrücke. "Sie muss dringend gestrichen werden", sagte Ernst
Kleinmann. Sein Vorschlag diese Arbeit von "1-Euro-Kräften" ausführen zu lassen,
sei aber an der Vorgaben des Stadtbauamtes gescheitert. "Die fordern, dass zuvor
Schutzmaßnahmen gegen in den Mühlbach heruntertropfende Farbe zu treffen sind,
ein Gerüst gestellt werden und der Verkehr abgesperrt werden muss", berichtete
Ernst Kleinmann.

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