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Ortschaftsrat Leutesheim
Leutesheimer Rat verärgert
über den Kehler "Kanu-Alleingang"
Kehl-Leutesheim
(pr).
Die Stadtverwaltung
Kehl hat der Firma Sunsetland, befristet bis 31.03.2008 zehn
gewerbliche Kanufahrten durch das Altrheinwasser von Auenheim
und Leutesheim genehmigt ohne zuvor die beiden betroffenen
Ortschaftsräte anzuhören.
Nachdem der Auenheimer Rat bereits den Alleingang der Kehler Stadtverwaltung
reklamiert hatten, monierten nun auch die Leutesheimer Bürgervertreter die
Vorgehensweise der Stadt: Tenor dabei: Die beiden Ortschaftsgremien hätten, wie
dies in Rheinau übrigens praktizierte wurde, zuvor angehört werden müssen. Dass
dies nicht geschah, war Anlass eines Schreibens der beiden Ortsvorsteher Werner
Müll aus Auenheim und Ernst Kleinmann aus Leutesheim, dessen Inhalt Kleinmann in
der jüngsten Ratsitzung am Mittwochabend verlas.
Zum einen zeigten sich die beiden Rathauschefs in dem Brief sehr überrascht
darüber, dass sie von den genehmigten Kanutouren durch ihre Gemarkungen erst
durch die Presse erfahren mussten. Des weiteren sei die Genehmigung angesichts
dessen, dass es sich bei diesem Altrheinstück um wertvolles Biotop handele,
fragwürdig. Und nicht zuletzt seien alle beteiligt gewesen, von den
Naturschutzbehörden bis zum Regierungspräsidium - allein die betroffenen
Ortschaften fanden kein Gehör, monierten die Ortsvorsteher. Letzteres gefährde
eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, zitierte Kleinmann.
Astrid Groß-Königs habe umgehend auf das Schreiben geantwortet, was lobenswert
sei, hieß es in der Ratsitzung weiter. Die Baubürgermeisterin habe allerdings
lediglich darauf verwiesen, dass es sich bei der Genehmigung um ein Geschäft
handelt, dass vom Umfang her der laufenden Verwaltung zuzuordnen sei.
Hätte man die Leutesheimer vorher gefragt, hätten sie dem Vernehmen nach mit
einem klaren "Nein" zu dem Antrag auf gewerbliche Kanufahrten geantwortet. "Wir
wollen bei uns keine Zustände wie auf dem Taubergießen", sagte Margot
Wohlbold-Melet.
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