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Ortschaftsrat Leutesheim
»Hochwasserschutz« war Thema beim
Leutesheimer Ortschaftsrat
Kehl-Leutesheim
(pr). Der Ortschaftsrat Leutesheim hat der Fortschreibung des
Flächennutzungsplans in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt.
Bedenken des Landwirtschaftsamtes wegen zweier als Acker
genutzten Flächen im "Langesand" und "Sodotmatt" wurden
zurückgewiesen. Stadtplaner Jürgen Rauch erklärte hierzu, dass
die Ackerflächen in naher Zukunft ohnedies nicht für eine
Bebauung vorgesehen sind, "später werden sie für eine
Arrondierung des Ortes aber sicherlich wertvoll sein", meinte
Rauch.
Gast in der Ratsitzung war neben Jürgen Rauch auch Wolfgang
Migenda von der Gewässerdirektion Südlicher Oberrhein und dessen
Kollege Junker. Der Leiter der Projektgruppe Lahr Migenda
stellte den geplanten Hochwasserschutz-Rückhalteraum "Freistett"
vor. Unklar blieb dabei, was mit dem Tanklager Honau geschehen
soll.
Die Planungen der Gewässerdirektion sollen in den nächsten vier
Jahren abgeschlossen werden.
Die Überflutungsflächen reichen laut den vorgelegten
Planunterlagen in der kleinen Variante von Freistett bis
Diersheim, in der mittleren Variante bis zum Tanklager Honau und
in der großen Variante von Freistett bis zum Leutesheimer
Kieswerk "Bündtwörth", erklärten die Vertreter der
Gewässerdirektion. Geht die Maßnahme bis nach Leutesheim, würde
man in Höhe des Kieswerkes "Bündtwörth" ein Einlaufbauwerk
errichten. Maximal könne man zwischen Freistett und Leutesheim
neun Millionen Kubikmeter Wasser halten. Die Komplettmaßnahme
"Integriertes Rheinprogramm" sieht am Oberrhein
Retentionsflächen mit einer Kapazität von insgesamt 167
Millionen Kubikmeter Wasser vor, erklärte Migenda. Von den
geplanten Maßnahmen seien in der Ortenau die Polder Altenheim
und das Kulturwehr Kehl/Straßburg schon in Betrieb. Vorgesehen
seien Polder bei Freistett, der Elzmündung und bei
Ichenheim/Meißenheim.
Die Überschwemmungsflächen des Polders Freistett würden vom
neuen Rheindamm bis zum alten Rheindamm entlang der jeweiligen
Ortschaftsgrenzen reichen. Die Einstauhöhen sollen im Mittel auf
etwa 2,50 m beschränkt werden. Diese Höhe würde allerdings nur
an den jeweiligen Stauriegeln erreicht, hieß es. Durch eine
solche Staumaßnahme würden die Grundwasserstände ansteigen. Um
in den Ortschaften das Absaufen der Keller zu verhindern, sieht
die Baumaßnahme eine Galerie von Tiefbrunnen vor, die sich am
Beispiel von Leutesheim am westlichen und nördlichen Dorfrand
erstreckt. Ähnlich wie im Stadtgebiet Kehl könne das
Grundwasserniveau damit auf einem für die Ortschaft
unschädlichen Niveau gehalten werden, erklärte Migenda.
Was geschieht mit dem Tanklager in Honau, wollte Stadtplaner
Jürgen Rauch wissen. Die Vertreter der Gewässerdirektion sagten,
dass dies in der Tat die große Frage sei. Junker dazu wörtlich:
"Wir müssen uns fragen, ob die große Variante überhaupt Sinn
macht. Wir werden deshalb mit der mittleren und der großen
Variante ins Entscheidungsverfahren gehen." Wolfgang Migenda
sagte ergänzend, dass das Tanklager Honau eine zentrale
Bedeutung für die Polder Freistett habe. Man werde demnächst mit
"Oiltanking" Gespräche führen um klären zu können "wie viel
Grundwasser das Tanklager verträgt und wie hoch die Kosten für
einen eventuellen Umbau sind".
Margot Wohlbold-Melet wollte wissen, ob Leutesheim ähnlich wie
Goldscheuer Ausgleichszahlungen für die Duldung einer solchen
Hochwasserschutzmaßnahme beanspruchen kann. Wolfgang Migenda
schloss dies nicht aus: "Wenn es soweit ist, werden wir auch
über das Geld reden müssen", sagte der Projektleiter.

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