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Ortschaftsrat Leutesheim
Ärger wegen Wackel-Grabsteinen in
Leutesheim
Kehl-Leutesheim
(pr). "Wegen der Grabstein-Kontrolle auf unserem Friedhof hat es
im Dorf Ärger gegeben", berichtete der Leutesheimer Rathauschef
Ernst Kleinmann in der jüngsten Ratsitzung am vergangenen
Mittwoch. "Die Leute im Ort sprechen von Schikane und
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für die Steinmetze. Es ist
vorgekommen, dass ein Stein, der erst 1993 gesetzt wurde, nun
als mangelhaft ausgewiesen ist. Aus meiner Sicht ist das ein
Unding."
Eingeladen zu dem Thema war deshalb Heinrich Stiefel. Der Leiter
des städtischen Bauhofs West stellte das Testgerät vor, mit dem
die Mitarbeiter der Stadt die Standfestigkeit der Grabsteine
überprüfen. "Der Stein muss einer horizontalen Belastung von 50
Kilogramm mindestens zwei Sekunden lang standhalten. Dann gibt
das Gerät ein akustisches Signal ab", erklärte Heinrich Stiefel.
Bliebe das Signal aus, sei der Stein nicht okay. Dann drohe
Umsturzgefahr und die Bauhofmitarbeiter würden dies mit dem
Aufkleben einer roten Plakette auf den Stein dokumentieren. Eine
Manipulation beim Testen sei ausgeschlossen, versicherte
Stiefel. Das Gerät arbeite einwandfrei, die Handhabung sei
sicher und man habe für die Beurteilung keinerlei Spielraum. Die
Prüfung erfolge einmal pro Jahr. Dazu sei man im Rahmen der
Unfall-Verhütungsvorschriften aus haftungsrechtlicher Sicht
verpflichtete, sagte Stiefel weiter. In Rheinbischofsheim sei es
vor Jahren zu einer Klage gegen die Stadt Rheinau gekommen,
nachdem ein Grabstein auf ein Kind gefallen war. Käme der
Besitzer eines Wackel-Grabsteines zweimal der Aufforderung zur
Instandsetzung nicht nach, seien die Technischen Dienste der
Stadt berechtigt den Stein umzulegen.

Heinrich Stiefel
(links) und Gerold Heidt vom Bauhof-West prüfen derzeit die
Standfestigkeit der Grabsteine auf dem Leutesheimer Friedhof.
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