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Ortschaftsrat Leutesheim
"Nein" aus Leutesheim zu
Friedhofgebührenerhöhung
Kehl-Leutesheim
(pr). Der
Ortschaftsrat Leutesheim hat in seiner öffentlichen Sitzung am
Donnerstagabend den Vorschlag der Technischen Dienst Kehl (TDK)
auf Erhöhung der Bestattungsgebühren abgelehnt. Auch einem
gemäßigteren Anheben, wie von den Ortsvorstehern im Vorfeld
ausgearbeitet, wollten sich die Bürgervertreter nicht
anschließen.
Es gab eine regelrechte Kampfabstimmung, was selten in Leutesheim ist.
Rathauschef Ernst Kleinmann hatte für den zweiten Vorschlag plädiert. Ihm
schlossen sich zwei Ratsmitglieder an. Bei fünf Gegenstimmen und einer
Enthaltung war die Sache dann vom Tisch.
Dass sich die Leutesheimer mit ihrer Ablehnung möglicherweise nicht viel
bewirken werden, schien allen Beteiligten klar. »Der Vorschlag der Ortsvorsteher
wird bei der Abstimmung des Umwelt- und Technikausschusses eine Mehrheit
finden«, lautete die Einschätzung von Margot Wohlbold-Melet. Der Ortschafts- und
Stadträtin schien die Vorlage der Technischen Dienste nicht logisch. Sie konnte
sich dem Beschlussvorschlag der TDK nicht anzuschließen. Wo kommt ein
Gemeinkostenanteil von 70 Prozent her, fragte sich Margot Wohlbold-Melet. Und:
»Werden hier vielleicht die Kosten für extravagante Friedhofsanlagen anderer
Ortschaften umgelegt«, so die Bürgervertreterin.
Ernst Kleinmann forderte, dass die TDK ihre Kostenseite durchleuchtet und offen
legt. »Wir müssen wissen, was unser Friedhof kostet«, sagte der Leutesheimer
Rathauschef.
Nach der Meinung von Ernst Kleinmann muss die Stadt Kehl die Kosten für die
einfachste Art der Bestattung weiterhin in einem vernünftigen Rahmen halten, mit
einer Erhöhung bei Wahlleistungen für Beerdigungen könne er hingegen leben.
Moniert wurde insbesondere am Ratstisch, dass die Stadt auch die Kosten für die
Benutzung der Friedhofskapelle anheben will. In der Leutesheimer Leichenhalle
sei die Heizung nicht funktionstüchtig, hieß es in der Versammlung. »Die Stadt
kann doch nicht das Entgelt für einen Raum anheben, in dem die Leute frieren
müssen«, sagte Ratsmitglied Hans Baas.
Hans Bartelme stellte fest, dass die Technischen Dienste die Betreuung der
Friedhöfe im Jahr 2002 übernommen habe: »Seither geht es mit dem
Kostendeckungsgrad abwärts«, so Bartleme.
Für Ernst Kleinmann ist klar: Die TDK suche nach Daseinsberechtigung. Doch aus
seiner Sicht müsse die städtische Einrichtung schlanker werden und sich auf
Spezialaufgaben beschränken.

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