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Ortschaftsrat Leutesheim
EDF-Straße soll nun doch ausgebaut
werden
Kehl-Leutesheim
(pr). Die sanierungsbedürftige Rheinseitenstraße zwischen Kehl
und Rheinau, besser als EDF-Straße bekannt, soll nach dem Willen
der beiden Stadtverwaltungen nun doch nicht nur repariert,
sondern auch ausgebaut werden. Das kostet zwar mehr -
letztendlich wird es aber für die beiden Kommunen billiger, hieß
es in der jüngsten Ortschaftsratsitzung in Auenheim.
Der Ausbau erfordere nur minimale Eingriffe, erläuterte Jupp
Jünger, Chef des Kehler Tiefbauamtes. Notwendig wird der Ausbau,
weil Kehl und Rheinau sonst keine Mittel aus dem
Gemeindeverkehrsfinanzierungs-Gesetz (GVFG) erhalten würden. Der
Rat stimmte dem Vorhaben unter zwei Voraussetzungen zu: Zum
einen soll die K 5373 weiterhin als Kreisstraße erhalten
bleiben. Und des weiteren dürfen weder auf Kehler noch auf
Rheinauer Seite verkehrslenkende Maßnahmen in Richtung
EDF-Straße erfolgen.
Bei einem Ausbau der Rheinseitenstraße würde die Stadt Kehl
unterm Strich 200 000 Euro sparen, erläuterte Jupp Jünger. Aus
dem Topf des GVFG gibt es nur Landesmittel, wenn die Straßen
einen erhöhten Ausbaustandard erfährt, erklärte der
Bauingenieur. Für die EDF-Straße bedeutet dies: Es müssten
Gefährdungsstellen wie Kuppen in Höhe Leutesheim, fehlende
Randstreifen und nicht vorhandene Aufweitungen in
Kreuzungsbereichen - also mangelhafte Kurvenradien - komplett
beseitigt werden. Die Straße müsste an wenigen Engpässen von 5,5
Meter auf sechs Meter verbreitert werden. Größtenteils hätte die
Strecke die erforderliche Breite aber schon. Das GVFG-Gesetz
fordert auch eine unbeschränkt öffentliche Nutzbarkeit der
Straße. Dies beinhalte auch Gefahrguttransporte. Dass es bei
einem Verbot bleibt, hätte man aber in Vorgesprächen mit dem
Straßenbauamt bereits abklären können: "Aufwand und Nutzen für
Vorsichtsmaßnahmen gegen Havarien stehen weder wirtschaftlich
noch ökologisch in einer vernünftigen Relation", erklärte Jupp
Jünger. Das habe auch das Straßenbauamt eingesehen.
Die einfache Reparatur der EDF-Straße ohne Ausbaumaßnahmen hätte
die Stadt Kehl nach Berechnungen des Tiefbauamtes 550 000 Euro
gekostet. Wird die Straße saniert und nach GVFG-Vorgaben
geringfügig ausgebaut, kostet die Maßnahme rund 1 Mio. Euro,
rechnete Jupp Jünger vor. Davon würde das Land voraussichtlich
655 000 Euro übernehmen. Der Eigenanteil der Stadt Kehl
reduziere sich demnach auf 345 000 Euro. Also 200 000 Euro
weniger wie bei der einfachen Instandsetzung.
Die Entwurfsplanung und Antragstellung der Fördermittel würde in
den nächsten zwei Jahren erfolgen. Rheinau soll bei der Maßnahme
federführend sein, "weil Kehl zuletzt wegen der
Landesgartenschau schon bevorzugt behandelt wurde", erklärte
Jupp Jünger.
Wichtig ist dem Ortschaftsrat Auenheim, dass die EDF-Straße in
ihrer jetzigen Funktion erhalten bleibt, war aus der Diskussion
deutlich herauszuhören. "Wir sitzen direkt dran an dieser
Straße. Mehr Verkehr kann nicht das sein, was wir wollen", sagte
Klaus Hess. Volker Heidt meinte: "Wenn wir durch den Ausbau ein
paar LKWs aus der Ortschaft rausbekommen, kann das ja nur gut
sein."

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