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Ortschaftsrat Leutesheim

Bürgerfragestunde

Kehl-Leutesheim (pr).  "In Kehl wird am falschen Ende gespart." Mit diesen Worten antwortete August Karch in der Bürgerfragestunde am Montagabend im vollbesetzten Versammlungssaal des Feuerwehrhauses auf die von OB Petry angekündigten Sparmaßnahmen der Stadt. "Wie kann die Stadt beim Leutesheimer Jugendtreff und bei den Vereinen sparen wollen wenn sie im gleichen Atemzug in Marlen für eine halbe Million ein Haus kauft?", fragte der frühere Ortsvorsteher. Die Jugendarbeit in Leutesheim sei in den letzten Jahren mit sehr viel Mühe und Aufwand aufgebaut worden und funktioniere nun hervorragend. Dies dürfe man doch nun durch Sparmaßnahmen nicht alles gefährden, sagte Karch.

"Mehrheit ist Mehrheit", zitierte Günther Petry Herbert Wehner. Die Entscheidung für den Erwerb des Gebäudes sei eine politische gewesen. Die Abstimmung beim Kauf des "Adlers" in Marlen war sehr heterogen, erinnerte sich Petry. "Ich habe das ganze nicht für in die Zeit passend gehalten", bedauerte der Kehler Oberbürgermeister.

August Karch kritisierte den Kreistag wegen seiner Entscheidung gegen die weitere Übernahme der Schulbeförderungskosten, wetterte gegen wegfallende Briefkästen und Telefonzellen sowie auch gegen die angefachte Diskussion wegen zu hoher Personalkosten bei den Ortsverwaltungen. Die Kommune müsse weiterhin vor Ort erreichbar sein, forderte Karch. Insgesamt gesehen würden sich Staat und Kommunen nach Ansicht des früheren Leutesheimer Ortsvorstehers immer weniger um soziale Aspekte kümmern. "Bald sind Wahlen", erinnerte August Karch, "dann muss man eben die wählen, die Verständnis haben für die Sozialpolitik. Es müssen Köpfe rollen. Das war auch in der französischen Revolution so. Und am Schluss hat man damit sehr viel mehr erreicht wie man ursprünglich wollte".

Angesprochen wurde von einer Bürgerin das Thema "Parken in Kehl". Es sei bedauerlich, dass an französischen Feiertagen das Parken kostenlos sei, an normalen Tagen -wenn die Kehler einkaufen - aber Zahltag sei. Petry sagte, dass die Aktion "Kostenloses Parken" vom Einzelhandel finanziell unterstützt werde. Die Kehler Geschäfte profitierten auch in erheblichem Maße davon, so der OB. Kostenpflichtiges Parken in der Innenstadt sei aber grundsätzlich erforderlich, verteidigte Günther Petry. Nur dadurch könne man dort Langzeitparker abwehren und für den vom Einzelhandel gewollten schnellen Umsatz beim Parken in der City sorgen. "Hätten wir das nicht, würde man in der Kehler Innenstadt keinen freien Parkplatz mehr finden", erklärte der OB.



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Aktives Dorf Leutesheim, September 2003