.



 

 
 
  Sie sind hier:   » Startseite » Archiv » 2006 »
 


Ortschaftsrat Leutesheim

"Günstige Holzpreise bald von erhöhtem Niveau aus betrachten"

Kehl-Leutesheim (pr). Die Nachricht, dass sich die im Rheinhafen Kehl geplante Holzpelletfabrik mit Rohstoffen aus einem Umkreis von 30 Kilometern versorgen will, hat beim Leutesheimer Ortsvorsteher Ernst Kleinmann die Alarmglocken läuten lassen: "Das wird unsere Holzpreise nach oben treiben", sagte Kleinmann in der Ortschaftsratsitzung am Dienstagabend. Das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage sei im Leutesheimer Wald seit letztem Jahr ohnedies schon aus den Fugen geraten. Die Forstverwaltung kann nicht so viel Brennholz liefern wie die Bürger gerne hätten, erklärte der Rathauschef. Hartholz gebe es auf absehbare Zeit nur noch in begrenztem Maß. Kleinmann sieht deshalb eine Renaissance für Weichhölzer kommen, beispielsweise für Pappeln. Er will sich dafür einsetzen, dass die Forstverwaltung die Kronen an Selbstwerber aus dem Dorf abgibt - und zwar zu einem vernünftigen Preis, schob Kleinmann nach. Die Pappelstämme seien mit einem Festmeterpreis von 50 bis 60 Euro zu teuer für den Ofen und daher Kunden aus der Industrie vorbehalten, die daraus Kisten und Paletten machen.

Der Leutesheimer Ortsvorsteher schätzt, dass die im interkommunalen Vergleich recht günstigen Kehler Holzpreise sehr bald von deutlich erhöhtem Niveau aus betrachten werden. Ein Ster Schlagraum für 3,50 Euro dürfte bereits in diesem Winter nicht mehr zu haben sein, glaubt Kleinmann. Die Vergabepraxis soll geändert werden: Versteigern statt Zuteilen, heißt es dann.

Dem Ansinnen der Forstverwaltung in naher Zukunft stehendes Holz nur noch an Selbstwerber abgegeben zu wollen, die einen Motorsägen-Kurs besucht haben, erteilte Kleinmann eine klare Absage. "Das wäre eine nicht hinzunehmende Bevormundung unserer Bürger", erklärte der Leutesheimer Ortsvorsteher.
 

Hermann Krieg mit seinen Holzvorräten.




zurück | drucken
 


Aktives Dorf Leutesheim, Oktober 2006