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Ortschaftsrat Leutesheim
"Günstige Holzpreise bald von
erhöhtem Niveau aus betrachten"
Kehl-Leutesheim
(pr). Die
Nachricht, dass sich die im Rheinhafen Kehl geplante
Holzpelletfabrik mit Rohstoffen aus einem Umkreis von 30
Kilometern versorgen will, hat beim Leutesheimer Ortsvorsteher
Ernst Kleinmann die Alarmglocken läuten lassen: "Das wird unsere
Holzpreise nach oben treiben", sagte Kleinmann in der
Ortschaftsratsitzung am Dienstagabend. Das Verhältnis zwischen
Angebot und Nachfrage sei im Leutesheimer Wald seit letztem Jahr
ohnedies schon aus den Fugen geraten. Die Forstverwaltung kann
nicht so viel Brennholz liefern wie die Bürger gerne hätten,
erklärte der Rathauschef. Hartholz gebe es auf absehbare Zeit
nur noch in begrenztem Maß. Kleinmann sieht deshalb eine
Renaissance für Weichhölzer kommen, beispielsweise für Pappeln.
Er will sich dafür einsetzen, dass die Forstverwaltung die
Kronen an Selbstwerber aus dem Dorf abgibt - und zwar zu einem
vernünftigen Preis, schob Kleinmann nach. Die Pappelstämme seien
mit einem Festmeterpreis von 50 bis 60 Euro zu teuer für den
Ofen und daher Kunden aus der Industrie vorbehalten, die daraus
Kisten und Paletten machen.
Der Leutesheimer Ortsvorsteher schätzt, dass die im
interkommunalen Vergleich recht günstigen Kehler Holzpreise sehr
bald von deutlich erhöhtem Niveau aus betrachten werden. Ein
Ster Schlagraum für 3,50 Euro dürfte bereits in diesem Winter
nicht mehr zu haben sein, glaubt Kleinmann. Die Vergabepraxis
soll geändert werden: Versteigern statt Zuteilen, heißt es dann.
Dem Ansinnen der Forstverwaltung in naher Zukunft stehendes Holz
nur noch an Selbstwerber abgegeben zu wollen, die einen
Motorsägen-Kurs besucht haben, erteilte Kleinmann eine klare
Absage. "Das wäre eine nicht hinzunehmende Bevormundung unserer
Bürger", erklärte der Leutesheimer Ortsvorsteher.

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