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Obst- und Gartenbauverein Auenheim/Leutesheim

Vortrag in Leutesheim über Kraut- und Braunfäule

Kehl-Leutesheim (pr). Tipps, wie man Kraut- und Braunfäule bei Tomaten bekämpft, gab es am Montagabend in Leutesheim bei einem Vortrag, zu dem der Obst- und Gatenbauvereins Auenheim-Leutesheim eingeladen hatte.

Zu dem Hauptthema referierte Josef Klapwijk (links) vom Amt für Landwirtschaft im gutbesuchten Leutesheim "Löwen". Bei der Krankheit handele es sich um einen Schadpilz, erklärte der Fachmann aus Freiburg. In den letzten Jahren hätte die Kraut- und Braunfäule aufgrund der verregneten Sommer optimale Bedingungen vorgefunden. "Innerhalb von kürzester Zeit wurde ein großer Teil der Tomaten vernichtet, noch bevor wir die ersten Früchte ernten konnten", erinnerte Josef Klapwijk und erntete dabei von den aufmerksamen Zuhörern eifriges Kopfnicken.

Der Erstbefall ginge immer von Kartoffeln aus. Stehen welche in der Nähe, hätte man kaum Chancen auf gesunde Tomaten im Freiland. Auch Pflanzen im Gewächshaus können betroffen sein. Die Sporen des Pilzes gelangen durch Wind über große Entfernungen auf die Tomaten. Erste Schadsymptome gäbe es meist schon ab Ende Juni, informierte Klapwijk weiter. Der Pilz benötige für sein Keimen mindestens vier Stunden lang tropfnasse Blätter. Eine Luftfeuchtigkeit von über 90 Prozent wäre für die Infektion ein regelrechter Turbo.

Was tun, fragte man sich in der Versammlung. Naheliegend sei, so Klapwijk, dass man Tomaten möglichst weit entfernt von Kartoffeln pflanzt und nicht mit Stickstoff überdüngt. Die Pflanzen sollten nur von unten gegossen werden, optimal sei eine Tropfbewässerung. Zum Schutz vor Regen und nassen Blättern empfahl der Fachmann ein Foliendach über den Tomaten anzubringen. Damit der Pilz nicht vom Boden her auf die Pflanze übergreift, soll dieser mit Stroh gemulcht werden. Grob zerkleinerte Brennnesseln im Pflanzloch dienten der Tomate als Stärkungsmittel. Infizierte Holzpfähle vom Vorjahr sollte man nicht wiederverwenden. Stäbe aus Metall und Kunststoff würden die Krankheit hingegen nicht übertragen. Die Pflanzabstände der Tomaten sollten so gewählt werden, dass ein schnelles Abtrocknen gewährleistet sei. Alte und kranke Blätter sowie befallene Einzelpflanzen sollte man umgehend entfernt und dabei darauf achten, dass man sie nicht durch den gesamten Bestand schleift. Im Frühstadium der Krankheit könnte man auch eine Behandlung mit Knoblauch-Zwiebelschalentee probieren. Außerdem empfahl Josef Klapwijk die Verwendung frühreifer Tomatensorten, zum Beispiel "Matina", "Master" oder "Diplom". Dann hätte man wenigstens schon einige Tomaten geerntet, bevor die Probleme mit der Kraut- und Braunfäule beginnen, sagte der Fachmann vom Amt für Landwirtschaft.




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Aktives Dorf Leutesheim, Februar 2003