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Obst- und Gartenbauverein Auenheim/Leutesheim
Jahreshauptversammlung:
Landesgartenschau-bäume zu teuer für die Ortschaften
Kehl-Leutesheim
(mk). Bei der Jahreshauptversammlung am Montagabend im
Auenheimer "Schlüssel" konnte Vorsitzender Richard Schneider
zahlreiche Mitglieder begrüßen.
Zunächst verlas Schriftführer Robert Stärk das letztjährige
Protokoll. Richard Schneider resümierte anschließend sehr
ausführlich in seinem Tätigkeitsbericht die zurückliegenden
Aktivitäten. Der Verein war mit ehrenamtlichen Helfern 110
Stunden auf der Landesgartenschau aktiv. Für den Bezirksverein
der Obst- und Gartenbauer waren 200 Helfer an 182 Tagen 1456
Stunden auf der LGS vertreten. Neben dem Hacken, Gießen und
Pflegen der Pflanzen im Obst- und Bauerngarten (siehe Foto),
standen die Mitglieder auch als Ansprechpartner den
LGS-Besuchern mit Rat und Tat zur Verfügung. "Besonders die
Schwaben waren hierbei sehr verwundert über das reichhaltige
Obst- und Pflanzenwachstum in unserer Region" schmunzelte der
Vorsitzende. Jedoch kritisierte Schneider: "auf einer
Landesgartenschau sollte auch ein Garten in entsprechendem
Ausmaße vorhanden sein!". Schneider bemängelte hierbei, daß zu
wenig Wert auf das Wesentliche gelegt wurde, sondern der
Augenmerk mehr in anderen Aspekten lag. "Wir ziehen nun einen
dicken Schlußstrich unter das Vorhaben Landesgartenschau", so
der etwas verärgerte Vorsitzende. Zu diesem Thema äußerte sich
auch Leutesheims Ortsvorsteher Ernst Kleinmann. Er regte bei der
Stadt an, die ausrangierten Bäume und Pflanzen der
Landesgartenschau in die Ortschaften umzupflanzen. Doch der
Preis, der ihm hierfür genannt wurde sei viel höher, als wenn
man neue Pflanzen in einer Gärtnerei kauft. Diese Erfahrung
machte auch Richard Schneider, als er ausrangierte Bäume der LGS
aufkaufen wollte.
Weiterhin berichtete Schneider von den gut besuchten
Schnittkursen in Auenheim und Leutesheim, zu welchen immer
fachbezogene Referendare hinzugezogen werden. Meist 30 bis 40
interessierte Mitglieder nehmen an solchen Schnittkursen teil.
Nicht nur die Arbeit und der Lernerfolg steht bei diesen
Schnittkursen im Vordergrund, auch die Geselligkeit wird
anschließend beim gemeinsamen Waldspeck stets gepflegt. Große
Beliebtheit erfährt immer wieder die Blütenwanderung durch die
heimischen Gefilde. Auch von Nichtmitgliedern wird diese sehr
hoch eingeschätzt, so nahmen in diesem Jahr über 60 Personen
daran teil. Bei Baumschnittarbeiten für die Gemeinde Auenheim
leistet der Obst- und Gartenbauverein 60 Stunden pro Jahr und
entlastet damit die Gemeindekasse.
Besonders stolz ist der Obst- und Gartenbauverein auf die
Streuobstwiesen im Hanauerland. Deren Erhalt und Ausbau soll
auch in Zukunft Priorität haben. Allerdings sei der Nutzen aus
dem Obst in letzten Jahren eher rückläufig gewesen, "die
Mosttrinker werden halt weniger", erklärte Richard Schneider. Es
fanden auch Sitzungen des Bezirksvereines statt, bei denen
Vereinsvertreter anwesend waren und man beteiligte sich beim
Vortrag: "unser Dorf soll schöner werden" in Auenheim.
Auch sportlich war der Verein aktiv und nahm bei diversen
Dorfmeisterschaften teil. Das beste Resultat war hierbei der
erste Platz beim Elfmeterschießen in Auenheim.
Einen genauen Kassenstand gab Kassierer Andreas Karch der
Versammlung. Er konnte dabei über eine positive Finanzlage
berichten. Ihm wurde durch Kassenprüfer Ralf Ross hervorragende
Arbeit bestätigt und von der Versammlung einstimmig Entlastung
erteilt.
Posten bleibt weiter unbesetzt
Schneider mußte der Versammlung mitteilen, daß bislang leider
immer noch kein zweiter Vorsitzender gefunden wurde. Nachdem in
Leutesheim die Suche erfolglos blieb soll nun in Auenheim ein
Nachfolger für den im letzten Jahr altersbedingt ausgeschiedenen
Walter Keck gefunden werden. Dabei wäre es allerdings schade,
daß die Parität in der Vorstandschaft zwischen Auenheim und
Leutesheim nicht wieder hergestellt ist. Der unbesetzte Posten
bereitet dem Verein jedoch keinen Schaden, erklärte Richard
Schneider und zog Vergleiche u.a. zum Sportverein Auenheim, wo
es derzeit auch keinen zweiten Vorsitzenden gibt. Walter Keck
steht nach wie vor mit seinem sachlichen Fachwissen zur
Verfügung.
Klaus Heidt dankte dem Verein in Vertretung der Ortsverwaltung
Auenheim für die geleistete ehrenamtliche Arbeit und
beglückwünschte die gute Zusammenarbeit der Leutesheimer und
Auenheimer. Auch der Leutesheimer Rathauschef sprach lobende
Worte an die Versammlung.

Der vom
Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins Auenheim-Leutesheim
Richard Schneider bemängelte "zu kleine" Lehrgarten auf der
Landesgartenschau.
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