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Musikverein Leutesheim
30 Jahre und kein bisschen leise:
Harmonie Leutesheim feiert Dieter Baran
Kehl-Leutesheim
(pr). 30 Jahre und kein bisschen leise: Länger als manche Ehe
hält die »musikalische Liaison« zwischen der Leutesheimer
»Harmonie« und ihrem Dirigenten Dieter Baran. Die Früchte dieser
langjährigen Zusammenarbeit begeisterten am Samstag die Zuhörer
in der vollbesetzten Mehrzweckhalle.
Mit seiner erfrischenden Art hat Baran es immer wieder
verstanden, das Programm auf das Publikum abzustimmen. Auch an
diesem Abend gab's abwechslungsreiche Unterhaltungsmusik auf
hohem Niveau. Aber auch Marschmusikfreunde kamen nicht zu kurz.
Informatives gab’s zwischendurch vom Moderatoren-Duo Petra
Hummel und Mario Hauß.
Marimbaphon-Talent
Als großes Talent am Marimbaphon erwies sich Jaro Baran, der
Sohn des Dirigenten. Der Bundessieger im Wettbewerb »Jugend
musiziert« demonstrierte mit »Tribute to Lionel« seine
spielerischen Qualitäten. Hinzu kam eine kleine Showeinlage mit
seinem Musiklehrer Hilger Honauer. Als ein Höhepunkt erwies sich
»The Woman in White« von Andrew Lloyd Webber. Obwohl recht
unbekannt, erwies sich das Stück als eines der besten, die der
Komponist je geschrieben hat – reich an Finessen und subtilen
Passagen. Mit »Israel Shalom«, einem Stück von Kees Vlak, das
orientalische und westliche Elemente vereint, wollte Baran auf
die Wirren des Weltgeschehens und die Notwendigkeit des Friedens
hinweisen. Hier konnten die verschiedenen Register mit kleinen
Soli ihr Können zeigen.
Der Marsch »O Vitinho« und ein Paso Doble »Gallito« leiteten die
zweite Konzerthälfte ein. Sichtlich freuten sich die Musiker auf
»Nino Rota Film Music«, dem Hauptstück des Abends – einer von
Barans Lieblingskomponisten. Der Dirigent schwang hier den
Taktstock dermaßen energiestrotzend, dass die Grünlilien und
Alpenveilchen auf der Bühne mitzuschwingen begannen.
Viel Vergnügen bereitete das Fernsehlieder-Medley
»TV-Kultabend«, die Dauerbrenner aus ARD und ZDF wie
»Lindenstraße« oder »Schwarzwaldklinik« oder die
Erkennungsmelodie der »Tagesschau« präsentierte. Klaus Badelts
Piraten-Epos »Fluch der Karibik« setzte dem Abend einen
fulminanten Schlussakkord. Mit seinen majestätischen Klängen
voller Anmut kamen Gefühle von Freiheit und Abenteuer auf.
SWR-Gastmusiker
SWR-Gastmusiker Bertram Eppinger zeigte mit seinem Kontrabass,
dass sich dieses Instrument hervorragend mit Blechinstrumenten
verträgt und den Klang eines Blasorchesters mit seinem Bass
sogar aufwerten kann. Als noch ausgefallener könnte man den
Einsatz der Freiburgerin Julia Weißbarth bezeichnen, die mit
ihrer Harfe dem Ganzen einen symphonischen Touch verlieh.
»Wir haben hier einen hervorragenden und intakten Musikverein.
Die Chemie untereinander stimmt total«, freute sich Dieter
Baran.

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