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Musikverein Leutesheim
Blasmusik vom Feinsten beim
Jahreskonzert der Harmonie Leutesheim
Kehl-Leutesheim
(pr). Restlos begeistert waren die Zuhörer am Samstagabend beim
Jahreskonzert der Harmonie Leutesheim. Dirigent Dieter Baran
hatte mit einem feurigen Solistenabend nicht zuviel versprochen,
so die einhellige Meinung in der bis auf den letzten Platz
vollbesetzten Mehrzweckhalle.
Trompeter Christoph Moschberger, Pianist Marc Noetzel und
Sextakkord-Sängerin Rosalinde Herböck gossen ordentlich Öl ins
"Baransche Feuer". Ebenso war es aber auch eine bravouröse
Leistung des Gesamtorchesters. Schon beim erster Stück durfte
man das mittlerweile 78-köpfige Orchester als harmonischen
Klangkörper erleben. Begleitet wurde der Auftritt der
Leutesheimer von einer eindrucksvollen Multi-Media-Show. Rechts
und links der Bühne war jeweils eine große Leinwand angebracht.
Mit der Feuerwerksmusik, in allen fünf von Händel geschriebenen
Sätzen gespielt, begrüßten die Gastgeber das Publikum.
Farbenfroh und effektvoll nicht nur die Musik, sondern auch die
gezeigten Bilder.
Beim "Russischen Tanz" stellte Jaro Baran seine Interpretation
auf dem großen Marimbaphon vor: Lyrische Passagen wechselten
hier mit feurigen russischen Tanzweisen. Der elfjährige
Baran-Sohn erhielt dafür stürmischen Applaus.
Bei "Rising Sun", dem Hauptwerk des Abends, wagte sich Christoph
Moschberger an eines der schwersten Stück für Trompete heran.
Der 20-jährige Diersheimer war auf der Piccolo-Trompete, dem
Flügelhorn und auf der Trompete zu hören. Beschrieben wurden
Landschaft und Mythen Japans. Der erste Satz erinnerte an den
Sonnenaufgang über dem Berg Fuji. Wasserfälle, üppige Wälder -
all das fand man in den Melodien wieder. Gong, Trommel, der
typische Klang buddhistischer Kultstätten, leitete in den
zweiten Satz über. Im letzten Teil fuhr die Harmonie ein Stück
im schnellsten japanischen Zug mit. Ebenso flog Moschbergers
Solo-Trompete durch den Satz und beendete damit diesen
glanzvollen Auftritt.
Das Publikum war aus dem Häuschen. Doch Dieter Baran ließ nicht
locker. Mit Marc Noetzel kam der nächste Ausnahmemusiker auf die
Bühne. Beim "Westcoast Concerto" einem Konzert für Klavier und
Blasorchester, verarbeitete Komponist Kees Vlak
lateinamerikanische Rhythmen und einen Blues. Heraus kam ein
15-minütigen Werk voller Spannung, das Noetzel mit dem E-Piano
perfekt und leidenschaftlich spielte.
Einen echten Farbtupfer beim feurigen Solistenabend setzte dann
Rosalinde Herböck. Die Sängerin und Mocherberger-Kollegin bei
"Sextakkord" wandelte beim Evergreen "Strike up the Band" auf
Barbara Streisands Spuren. Und auch bei "Girl from Ipanema"
bewies Rosalinde Herböck Stimme und "Feeling", was die Zuhörer
im Saal tief beeindruckte. Ein Vortrag, der unter die Haut ging.
Und spätestens bei ihrer Zugabe "Power of Love" musste wohl so
manche Träne in den Rängen unterdrückt werden.
Vizedirigent Thomas Zink, seine Tochter Sabrina, Elke Ross und
Julia Flach standen beim jazzigen und sehr gelungenen
Klarinetten-Solo "Bugatti Step" im weiteren Mittelpunkt des
Abends.
Ein ergreifendes Ereignis: "Rainbow Warrior". Die Harmonie
kämpfte hier zusammen mit Greenpeace im eisigen Polarmeer gegen
Walfänger. Raphael Schmager warf dazu eindrucksvolle Bilder auf
die Leinwand. Es spielten sich dramatische Szenen ab. Walgesang
war zu hören. Und Barans Orchester mittendrin. Erleichterung
dann am Schluss: Das Harpunenschiff muss abdrehen.
"Car", ein Stück mit hohen technischen Anforderungen, brachte
die Zuhörer zum Schmunzeln. Beispielsweise als Baran sein
Orchester bei der Vorstellung des VW Käfer langsam und stotternd
anfahren ließ. Zuverlässig ging´s dann aber weiter. Und mit
"Fluch der Karibik" setzten die Leutesheimer den Schlusspunkt
hinter einen grandiosen musikalischen Abend: Bravo Harmonie!


Harmonie-Chef Jürgen Zeller
ernannte die langjährigen Aktiven
Dietmar Müller und Manfred Wüsten (von links) zu
Ehrenmitgliedern.
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