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Musikverein Leutesheim
Musikfest 2008: Dieter Baran
überschreitet
seine musikalischen Grenzen
Kehl-Leutesheim
(pr). Mit
einer grandiosen Hitparade hat die Harmonie Leutesheim am
Samstagabend die Ära »30 Jahre Dieter Baran« gewürdigt und
gefeiert. 400 Zuhörer im Festzelt waren begeistert.
Langjährige Wegbegleiter waren gekommen um dem SWR-Musiker und seinem Orchester
zu gratulieren. SWR-Geiger und Baran-Kollege Wolfgang Schwarzmüller spielte
»Czardas von Monti«, ein virtuoses
Geigen-Solo, das bei der Eröffnung der Landesgartenschau in Kehl schon einmal
für hochklassig unterhielt, erinnerte Conferencier Dieter Thorwarth, der
zusammen mit Petra Hummel und Mario Hauß informativ und unterhaltsam durchs
Programm führte.
Klimaanlage gratis gab es bei schweißtreibenden Temperaturen im Festzelt: In die
Tiefen des eiskalten Polarmeeres tauchte das Leutesheimer Orchester ab. Barans
Verbundenheit zu Greenpeace wurde mit dem Stück »Rainbow Warrior«gewürdigt. Bei
der Vertonung durch die Leutesheimer knisterte es unter dem Zeltdach. Spannung
und Dramatik pur. Die Harmonie befand sich auf tobender See zu riskanter Fahrt
um Wale vor den Harpunen der Fänger zu schützen. Doch Dieter Baran und seine
Crew schafften es letztendlich: Die Walfänger drehten ab. Und die Buckelwale
bedankten sich mit Gesängen, die in Originaltönen zu hören waren.
Jüdische Musik ist immer wieder ein Thema bei Dieter Baran. »Kaddish« das Stück
am Samstagabend. Ein Totengebet, bewegend und tiefgründig. Die Große Trommel von
Martin Karch ließ darin den Herzschlag pochen.
In die Rolle von Jennifer Rush schlüpfte Rosaline Herböck. Die Sängerin
von »Sextakkord« gratulierte Dieter Baran mit ihrer tollen Stimme beim
Liebeslied »Power of Love«.
Dieter Baran, hat es geschafft immer wieder erstklassige Solisten nach
Leutesheim zu holen, erinnerte das Moderatorenteam. So war die Freiburgerin
Julia Weissbarth wiederum an der Harfe zu hören, begleitet von den beiden
SWR-Musikern Marc Noetzel am Klavier und Bertram Eppinger am Kontrabass. Das
Zusammenspiel mit dem Orchester beim mysteriösen »Woman in White« – sehr
außergewöhnlich. Dieter Baran überschreitet musikalische Grenzen. Und das
Aufmerksam machen auf soziale Missstände ist ihm ein Anliegen. Mit dem
leidenschaftlich gespielten »Children of Sanchez« erinnerte die Harmonie an
Straßenkinder in Mexiko. Brillanter Solist hier: Christoph Moschberger.
Zusammen mit einer super aufgelegten Simone Fischer (Alt-Saxophon) war der
Profi-Trompeter mit einer grandiosen Einlage bei der »Peter Gunn« zu hören.
Dafür gab es mitten im Stück heftigen Applaus.
Baran wollte mehr. Das »Große Tor von Kiew« wurde aufgestoßen. Schwer und
mächtig hier die Eindrücke. Gewaltige Klänge des 72-köpfigen Orchesters. Thomas
Zink, Simone Fischer, Marc Hummel, Denis Baran und Rainer Wörner schlüpften
danach in die Rolle der Band bei »Tribute to Dixie«. Highlights aus dem
ABBA-Musical »Chess« leiteten über zu einem weiteren Höhepunkt des Abends:
Jaro Baran, jüngster Spross des 56-jährigen Dirigenten und Bundessieger bei
»Jugend musiziert«, glänzte mit einem virtuosen Xylophon-Solo bei »Zirkus Renz«.
Dieter Baran hielt die Spannung auf hohem Niveau. Bei »Tribute to Harry James« -
brachte erneut Solotrompeter Christoph Moschberger mit seinem außergewöhnlichen
Können die Stimmung auf Höchstniveau. Moschberger kann noch mehr. Das wurde bei
dem von ihm arrangierten Elton John-Stück »Can you feel the love tonight«
deutlich.
Amüsant wurde es, als SWR-Klarinettist Jürgen Demmler bei »Grandfathers Clock«
die Uhr mimte und Tenorhorn-Profi Andreas Ellwardt den brudeligen Opa.
Nach drei Stunden Baranscher Hitparade hatte das Publikum vom Dirigent und
seinem glänzend aufgelegten Orchester immer noch nicht genug: Zwei Zugaben
wurden heftig eingefordert. Erst nach »Time to say Good bye« war es für die
Harmonie und den Jubilar wirklich Zeit zu gehen.

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