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Musikverein Leutesheim

»80 Jahre Harmonie Leutesheim« Das Orchester von Dieter Baran hat kulturelle Maßstäbe gesetzt

Kehl-Leutesheim (pr). »Die Harmonie Leutesheim ist ein Schmuckstück für die Stadt Kehl«, lobte Günther Petry am Samstagabend zum Auftakt des dreitägigen Musikfestes in Leutesheim. Der Kehler Oberbürgermeister gratulierte zum 80. Geburtstag des Vereins und bezeichnete die Harmonie zunächst als eines der besten Orchester der Stadt und ließ dann sogar noch folgen: »Wenn sie mich fragen, ist es sogar das beste.« Die besondere Qualität der Blasmusik in Leutesheim hat einen Namen, und der heißt Dieter Baran, so Petry weiter.

Der Leutesheimer Dirigent wurde von Ortsvorsteher Ernst Kleinmann und Harmonie-Chef Jürgen Zeller als Glücksfall für den Verein bezeichnet. Kleinmann: »Er hat mit dem Musikverein Leutesheim kulturelle Maßstäbe in unsere Raumschaft gesetzt.« Die Harmonie sei auch mit 80 keineswegs betagt. Eine funktionierende Jugendarbeit sei die beste Investition für die Zukunft. Kleinmann mahnte allerdings, dass die Vereine eben wegen dieser Jugendarbeit finanziell nicht stärker belastet werden dürften. Jürgen Zeller bezeichnete Verein und Kapelle als eingeschworene Truppe. Für den Erfolg müsse man dennoch viel tun: »Auch heute fallen uns die Früchte nicht einfach so in den Schoß«, sagte Harmonie-Chef Jürgen Zeller.

Und so musste auch Dieter Baran am Samstagabend auf die Zähne beißen: Eine Sehnenoperation an der Schulter behinderte den Leutesheimer Orchesterleiter beim Dirigieren. Baran und seine Musiker machten allerdings bereits nach zwei Stücken die Bühne frei für die Gastvereine, die dem Musikverein Leutesheim auf musikalische Weise zum runden Geburtstag gratulierten.

Mit dem ersten Stück »Lasst doch der Jugend ihren Lauf« attestierte der Gemischte Chor dem Gastgeber Dynamik und jugendliche Frische. Der Leutesheimer Chor, selbst auch schon ziemlich in die Jahre gekommen, zeigte sich bei diesem Stück popiger und frischer denn je: Was man offensichtlich der neuen Chorleiterin zu verdanken hat: Nelly Weinbergers neue Ideen scheinen zu fruchten. Bei ihrem zweiten Auftritt vor heimischer Kulisse war die neue Dirigentin wiederum mit Leib und Seele dabei. Wasser, Wind und Wellen rauschten gedanklich durch das restlos vollbesetzte Festzelt, als der Gemischte Chor mit einem schwedischen Volkslied vom rauhen Norden erzählte. Am Klavier begleitete Mathias Burg. Auf die feine englische Art wollte sich der Chor schließlich verabschieden. Doch das Publikum wollte nach »Ich hätte getanzt heut Nacht« aus »My Fair Lady« unbedingt noch eine Zugabe hören, die mit einem Spiritual auch gereicht wurde.

Nach der Leutesheimer Konzertreise im vergangenen Jahr nach Emiglia Romagna folgte am Samstagabend der Gegenbesuch der italienischen »Banda di Portico«. Das kleine, nur rund 30-köpfige Orchester gratulierte mit Werken aus der traditionellen italienischen Blasmusik. Schon mehrfach zu Gast in »Litze« war das Orchester aus Dettingen. Die Kapelle aus der Nähe von Aschaffenburg sorgte zum Abschluss für glänzende Stimmung und gratulierte der 80-jährigen unter anderem mit dem Hit »I will survive«. Nach einer lockeren Polka-, Marsch- und Walzerrunde, wurde auch Filmmusik gespielt. Bei Swing und moderner Unterhaltungsmusik gab das Gastorchester zum Schluss dann richtig Gas - ein sehr gelungener Auftritt der Gastkapelle.


Ehrungen beim Musikfest Leutesheim: vordere Reihe von links: Walter Roth vom Blasmusikverband, Walter Schütt, Willi Karch, Ernst Ross, Harmonie-Chef Jürgen Zeller und Vize Ottmar Schneider. Mittlere Reihe von links: Ernst Kleinmann, Willi Weißlogel, Günter Ross, Karl Hummel und Dieter Zimmer. Hinten von links: Frank Ziegler, Martin Karch und Manfred Wüsten.
 



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Aktives Dorf Leutesheim, Mai 2004