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Musikverein Leutesheim
Die 'Harmonie' Leutesheim zeigte
sich von
seiner volkstümlichen Seite
Kehl-Leutesheim
(pr). Mit dem
Auftritt des Gastgebers, des Musikverein Leutesheim, ging das
viertägige Musikfest in "Litze" am Montagabend zu Ende.
"Wir können alles, außer Volksmusik - mit diesem Vorurteil
wollen wir für allen Zeiten aufräumen", versprach Ansagerin
Petra Hummel zu Beginn des zweistündigen Auftritts der
"Harmonie" Leutesheim am Festmontag.
Und das Orchester von Dieter Baran tat es, und zwar gründlich.
Polkas, Märsche und Walzer gab es reichlich. Das Programm war
gespickt mit ein paar tollen Solostücken. Als besonderes
Schmankerl gab es zudem Gesangeinlagen von Tanja Schlegel,
Mitglied des Ensembles "Sextakkord".
Jaro Baran, zwölfjähriger Sohn des Dirigenten und Sieger beim
Landesentscheid "Jugend musiziert", glänzte bei einer Einlage
auf dem Marimbaphon beim Titel "Zirkus Humberto". Gefeiert wurde
"Karneval in Venedig" mit erstklassigen Trompetentönen von
Christoph Moschberger. Ehe es dann "Ernst" wurde. Andreas
Ellwardt spielte den "Ernst im Allgäu". Zu hören waren hier die
glasklaren und tiefen Baritonklänge des Berufsmusikers.
Mit "Der alte Schäfer", ein gesungener Walzer, und dem Evergreen
"Knallrotes Gummiboot" setzte Tanja Schlegel Akzente. Begleitet
wurde sie bei "Ich möchte so gern Trompete spielen" dann von
ihrem Sextakkord-Kollegen Christoph Moschberger.
Rührig: "Grandfathers Clock". Andreas Ellwardt und
Es-Klarinettist Jürgen Demmler, ein Baran-Kollege beim
SWR-Sinfonieorchester, nahmen Platz im Schaukelstuhl und gaben
daraus wohlklingende und beruhigende Töne von sich.
Christop Moschberger war bei der "Weinende Trompete" fast den
Tränen nahe. Doch Tuba-Solist Christoph Czygolla blies mit dem
"Tuba-Muckl" und "Pie in the face" jegliches Trübsal weit weg.
Den Zuhörern im gutbesetzten Festzelt gefiel das volkstümliche
Programm der "Harmonie". Eine derartig massive Anhäufung von
Volkstümlichem vom Baran-Ensemble ist schließlich selten.
Und so wurde das Leutesheimer Orchester erst nach zwei Zugaben,
dem "Radetzky-Marsch" und "Hochbadener Land" von der Bühne
entlassen.
Deftiges aus Bayern war am Sonntag beim Frühschoppenkonzert zu
hören. Die Kapelle aus Dießfurt war auf Vermittlung des
ehemaligen Jaco-Mitarbeiters Manfred Glatz nach "Litze" gekommen
und wusste das Publikum sehr gut zu unterhalten. Polka war hier
Trumpf.
Die Trachtenkapelle aus dem elsässischen Engwiller, auch eine
Augenweide, und der Musikverein Oberschopfheim gestalteten das
Nachmittagsprogramm am Sonntag.
Der Abend gehörte dann der Stadtkappelle aus Freistett. Das
Orchester von Dirigent Rudi Flierl wusste mit einem gut
ausgewogenen Programm zu begeistern. Unter anderem mit einer
sehr gekonnten Soloeinlage von Nachwuchstalent Kai Urban auf dem
Tenorhorn.

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