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Musikverein Leutesheim

Musikfest: 25 Jahre Dieter Baran - zum Jubiläum ein Wunschkonzert des Leutesheimer Dirigenten

Kehl-Leutesheim (pr). Mit einem Stuhlkonzert im Festzelt gratuliert der Musikverein Leutesheim am Samstag, 24 Mai seinem Dirigenten Dieter Baran (rechts) zu dessen 25-jährigem Jubiläum. Der musikalische Leiter der "Harmonie" hat sich für diesen besonderen Anlass ein Wunschkonzert zusammengestellt: Eigens dafür wird ein Konzertflügel in das Leutesheimer Festzelt gebracht. Marc Noetzel wird daran Platz nehmen und Gershwins "Rhapsody in Blue" erklingen lassen. Begleitet wird er dabei von SWR-Kollege Jürgen Demmler an der Klarinette.

Die langjährige und mit viel Erfolg belohnte Zusammenarbeit zwischen der "Harmonie" Leutesheim und Dieter Baran begann im Frühjahr 1976. Sie war von einer zweijährigen Auszeit unterbrochen und eilt seither von Höhepunkt zu Höhepunkt. Besonders erfolgreiche Stücke, die dem gebürtigen Berliner am Herzen liegen, werden nun noch einmal zu hören sein. Die Jubiläumsfeier ist eingebettet in ein viertägiges Zeltfest, das weitere Highlights zu bieten hat. So werden am Sonntag, 25. Mai die "Gälfiäßler" zu Gast in "Litze" sein. Die Kultband aus dem Badnerland feiert ebenfalls das 25-jährige Jubiläum. Der Harmonie-Dirigent feiert am 24. Mai mit einem Wunschkonzert "silbernes Jubiläum". Dieter Baran: "Man muss schon lange suchen um solch glückliche Voraussetzungen wie in Leutesheim zu finden".

Der gebürtige Berliner Dieter Baran studierte in seiner Heimatstadt an der Hochschule für Musik Posaune. Seit 30 Jahren ist er Mitglied des SWR-Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg. Im Frühjahr 1976 nahm Dieter Baran zunächst aushilfsweise die Dirigentenstelle in Leutesheim an. Aus dem zunächst auf einige Monate befristeten Aushilfsjob wurden schließlich 25 Jahre. Das silberne Jubiläum Barans wurde unterbrochen von einer zweijährigen Auszeit, in der die "Harmonie" Leutesheim von Johannes Sondermann dirigiert wurde. Der 51-jährige Dieter Baran ist verheiratet, hat vier Kinder -wovon mit André und Denis zwei im Orchester mitspielen- und wohnt in Bohlsbach. Jürgen Preiß unterhielt sich mit dem Dirigenten über die zurückliegende Zeit, die Zukunft und das Konzert am Samstagabend.


25 Jahre Dirigent bei einem Musikverein. Wie kommt so was zustande?

Baran: Man muss die Sache natürlich von zwei Seiten betrachten. Ich bin jetzt 25 Jahre Dirigent des Musikvereins Leutesheim, aber die Musikerinnen und Musiker haben es ja schließlich auch 25 Jahre mit mir ausgehalten! In Litze stimmt einfach alles: Eine geschlossene, tatkräftige Vorstandschaft mit hohem sozialem Anliegen. Engagierte Musiker, die einen enormen Leistungswillen aufbringen. Und eine Bereitschaft ausgetretene Pfade zu verlassen, sich immer wieder neuen Ideen zu öffnen. Nicht zuletzt ist Leutesheim ein Dorf, das hinter seinem Verein steht. Man muss schon lange suchen, um solch glückliche Voraussetzungen zu finden.


Wie motivieren Sie sich und das Orchester?

Baran: Ein Verein in dieser Größenordnung, mit 70 bis 80 Musikern in allen Altersstufen, mit einer großen sehr engagierten Jugend, mit vielen erfahrenen Blasmusikfreunden erfordert einen sehr hohen persönlichen Einsatz. Gerade die Umsetzung neuer Ideen, neuer Stilrichtungen in der Blasmusik ist ein enormer Motivationsfaktor. Wir sind ständig im Gespräch und ich erhalte dabei wertvolle Anregungen und Vorschläge. Vereinsarbeit ist heute viel mehr als die Erfüllung des vorgegebenen Ziels- in unserem Fall die Blasmusik. Vereinsarbeit bedeutet soziales Arbeiten in der Gemeinschaft, Sinngebung gerade auch für Jugendliche. Vereinsarbeit ist in diesem Sinne auch die Suche nach Frieden zwischen den Generationen, unter Nachbarn, aber auch Frieden mit sich selbst. Und dies motiviert und kann nie langweilig werden.


Was hat ihnen bei ihrer Arbeit in Leutesheim am meisten Spaß gemacht?

Baran: Vor allem die Konzerte, die mit einer sozial-politischen Aussage verbunden waren. Wir haben mit unserer Musik die Gegner des Giftmüllofens unterstützt, gegen den brutalen Stierkampf demonstriert und sind für die Arbeit von Greenpeace oder "amnesty international" eingestanden. Darüber hinaus natürlich die begeisternde Festkultur in Litze, die auch immer wieder Kollegen von mir aus dem SWR-Sinfonieorchester anzieht.


Gibt es negative Erinnerungen?

Baran: In einem Verein gibt es immer den Wechsel zwischen Hoch und Tief. Und wie im allgemeinen Wettergeschehen ist dies auch bei uns wichtig und notwendig.
Aber richtig negative Erinnerungen ? - Nein!


Wie lange gibt es Dieter Baran noch in Leutesheim?

Baran: Da müssen Sie schon den Musikverein Leutesheim fragen; ich selbst halte mich bereit für eine weitere langfristige Zusammenarbeit. Ich hoffe aber, dass der Verein zur rechten Zeit einen Schlussstrich zieht - Alterspräsident möchte ich als Dirigent nicht werden.


Was ist für Sie am Samstagabend der Konzerthöhepunkt?

Baran: Es gibt zwei Höhepunkte: Im ersten Teil spielen wir die "Rhapsody in blue" für Klavier und Blasorchester von Gershwin. Den Solopart übernimmt dabei Marc Noetzel vom SWR-Sinfonieorchester. Wir spielen dieses Werk in der von Gershwin selbst autorisierten Fassung mit Einsatz einer Violine. Im zweiten Teil ist der Höhepunkt zweifellos "Oscar for Amnesty", einem sehr bedrückenden Werk. Hierin wird das Leben einer Frau aus El Salvador geschildert , die wegen ihres Einsatzes für die Menschenrechte verfolgt, gefoltert und ermordet wurde. Diese Blasmusikkomposition ist für mich das Ergreifendste, was wir in den vergangenen 25 Jahren gespielt haben.
 



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Aktives Dorf Leutesheim, Mai 2003