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Ev. Kirchengemeinde Leutesheim
Leutesheimer
Kirchenglocken gefährden
den Turm in seiner Existenz
Kehl-Leutesheim
(pr). Weil das Schwingen der Glocken zu heftig ist, hat der aus
dem 16. Jahrhundert stammende Kirchturm in Leutesheim einen Riss
bekommen, der ihn in seiner Existenz gefährden könnte. Das
Glockengeläut soll jetzt besser ausbalanciert werden.
Bevor die Handwerker loslegen, haben am vergangenen Samstag
Mitglieder des Kirchengemeinderates zusammen mit Pfarrerin
Ulrike Schneider-Harpprecht den Dachboden und das Innere des
Turms der Kirche gründlich gereinigt. Das Beseitigen von Staub
und Taubendreck war eine Heidenarbeit, wie sich herausstellte.
Schon vor einigen Monaten kam in dem aus dem Jahr 1434
stammenden Kirchenchor ein Riss zum Vorschein. Er verläuft
mitten durch die wertvolle Wandmalerei mit der
Weltgerichtsszene. Die Spalte in dem fast 600 Jahre alten
Gemäuer wird seitdem mit eingefügten Glasplatten überwacht.
Gerührt hat sich seither aber nichts mehr.
Wie Pfarrerin Ulrike Schneider-Harpprecht mitteilte, soll die
Bändigung der Glocken nun in Auftrag gegeben werden. "Der
Antriebsmotor wird neue Bremsbacken erhalten, die
Steuerungselektronik soll ersetzt und bei der Aufhängung ein
Gegengewicht installiert werden, das die Schwingungen im Zaum
hält", erklärte die Pfarrerin. Kostenpunkt der Maßnahme: Rund
15.000 Euro.
Für die Instandsetzungsarbeiten an Turm und Geläut muss
vertragsgemäß die Kirchengemeinde Leutesheim aufkommen. Der
evangelische Kirchenfonds "Pflege Schönau" übernimmt lediglich
Unterhaltungskosten am Kirchenschiff, erklärte Ulrike
Schneider-Harpprecht.
Die drei Leutesheimer Kirchenglocken wurden im Jahr 1965
angeschafft. Sie sind aus Bronzeguss und wiegen 241, 422 und 712
Kilogramm.
Ein weitere Investition steht der Leutesheimer Kirche mit der
Renovierung der Orgel ins Haus. Teile ihres Gehäuses stammen
noch aus dem Jahr 1820. Rund 10.000 Euro wird die Instandsetzung
kosten. 8.500 Euro hat die Kirchegemeinde allein durch Spenden
dafür schon angespart.

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