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Ev. Kirchengemeinde Leutesheim
Frauenchor
begeistert mit Konzert zur Passionszeit
Kehl-Leutesheim
(pr). Tief beeindruckt zeigten sich die zahlreichen Besucher am
Sonntagabend in der Leutesheimer Kirche vom Konzert zur
Passionszeit, vorgetragen vom Frauenchor Leutesheim unter der
Leitung von Horst Meisel.
Im Mittelpunkt des Abends ein Stück aus der Kreuzstabkantante
von Johann Sebastian Bach sowie eine außergewöhnliche
Passionsbetrachtung von Paul Ernst Ruppel.
"Komm, o Tod, du Schlafes Bruder" - in diesem Schlusschoral der
Kreuzstabkantate wird alles Sehnen und Herbeiflehen hörbar. Ziel
des Drängens ist der sichere Port, der Hafen, den der von vielen
Plagen hin- und hergeworfene Beter, dargestellt vom Chor,
erreichen will. Hier ist er in Sicherheit; hier gelangt er zu
Jesus. Der Leutesheimer Frauenchor gab diese Passagen sehr
beeindruckend wider. Unterstützt wurde durch Josef Hugenschmidt
aus Kehl sowie von den Einheimischen Rainer Keck, Helmut
Gerhardt und Ulrich Schüz, - Stimmer der evangelischen Kantorei
Kehl.
Horst Meisel, ein Mann der leisen Töne, hatte sich auf diesen
Aufritt sehr gut, präzise und gewissenhaft vorbereitet. Er
dirigierte, er sagte an, er lief hoch zur Orgel und spielte auf
dem guten alten Stück, zu deren Renovierungskosten der
musikalische Abend beitragen soll. Er spielte Bach. Von der
Empore wieder runter in den Chorraum eilend, saß Meisel am
Klavier. Er wurde dabei in drei Stücken begleitet von Carola
Eckert-Wetzel aus Rammersweier, eine Arbeitskollegin Meisels und
Meisterin auf der Querflöte wie sich herausstellte.
Zum Schluss der Höhepunkt des Abends: "Crucifixion", ein
bewegendes Stück, das vom Passionsgeschehen nicht nur berichtet,
sondern auch zu neuer Betrachtung und Besinnung aufruft. Die
Besucher erlebten bewegende und spannende Minuten. Den Part des
Sprechers übernahm Christoph Schneider-Harpprecht, der Ehemann
der Leutesheimer Pfarrerin. Er rief die letzten Stunden vor der
Kreuzigung in Erinnerung: Der Verrat im Garten Getsemane. Die
Gerichtsverhandlung. Musikalische Bilder zogen an den Gästen im
Leutesheimer Gotteshaus vorbei. Der Honauer Andreas Ellwardt an
der Posaune und Kontrabassist David Oelbe, Sohn des Musiklehrers
am Rheinbischofsheimer Progymnasium, begleiteten präzise, sehr
zurückhaltend und dezent. Musikalisch schöpft Paul Ernst Ruppel,
der das Stück 1960 komponiert hat, aus den vielen Quellen des
Gospel- und Spiritualgesangs. Dirigent Horst Meisel ließ den
Chor summen, rhythmisch sprechen wobei auf wiederkehrende
Höhepunkte gezielt wurde. Thomas Moßmann, ein Schuttertäler in
Leutesheim wohnhaft und als Kopf der Gruppe "Quintbordun" im
Hanauerland längst kein Unbekannter mehr, wirkte als musikalisch
und stimmlich überzeugender Vorsänger bei dieser bewegenden,
geistlichen Abendmusik.

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