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Ev. Kirchengemeinde Leutesheim

"Lichtechor" überzeugte am Sonntag
beim Konzert zum 80. Geburtstag

Kehl-Leutesheim (pr). Tief beeindruckt zeigten sich die zahlreichen Besucher am Sonntagabend in der Leutesheimer Kirche vom Konzert des Frauenchors Leutesheim, der damit seinen 80. Geburtstag feierte.

Belohnt wurden der sogenannte "Lichtechor" um Dirigent Horst Meisel mit etwas, das ihm aufgrund seiner primären Aufgabe oft entsagt bleibt: mit anhaltendem Applaus.

Manuela Hummel hatte bei ihrer Ankündigung nicht zu viel versprochen: Der Leutesheimer Frauenchor ist in seinem 80. Lebensjahr vitaler denn je. Im Mittelpunkt des Abends ein Stück aus der Kreuzstabkantante von Johann Sebastian Bach sowie eine außergewöhnliche Passionsbetrachtung von Paul Ernst Ruppel.

"Komm, o Tod, du Schlafes Bruder" - in diesem Schlusschoral der Kreuzstabkantate wird alles Sehnen und Herbeiflehen hörbar. Ziel des Drängens ist der sichere Port, der Hafen, den der von vielen Plagen hin- und hergeworfene Beter, dargestellt vom Chor, erreichen will. Hier ist er in Sicherheit, hier gelangt er zu Jesus. In ihr spannt Bach einen wunderbaren Bogen von Leben, Verheißung, Tod und Verklärung. Mit der Aussage, dass sich ein Mensch in den tröstlichen Tod gefügt habe und sich aufgehoben im Jenseits wisse, drang der Chor tief in das Gemüt der aufmerksamen Zuhörer ein. Unterstützt wurde der Frauenchor durch die Bassstimmen von Hans Bartelme, Marco Durban, Helmut Gerhardt, Rainer Keck und Volker Wielandt.

Horst Meisel, ein Mann der leisen Töne, hatte seinen Chor sehr gewissenhaft auf diesen Auftritt vorbereitet. Meisel brillierte am Sonntagabend aber nicht nur als Chorleiter. An der Orgel begleitet er das Posaunentrio, bestehend aus Anne Maier, Stephan Dierle und Andreas Ellwardt. Zu hören waren Stücke von Daniel Speer, Johann Sebastian Bach, Anton Bruckner und Frigyes Hidas.

Zum Schluss der eigentliche Höhepunkt des Abends: Mit "Crucifixion", wurde ein bewegendes Stück, das vom Passionsgeschehen berichtet, vorgetragen. Die Zuhörer erlebten bewegende und spannende Minuten. Den Part des Sprechers übernahm Christoph Schneider-Harpprecht, der Ehemann der ehemaligen Leutesheimer Pfarrerin. Er rief die letzten Stunden vor der Kreuzigung in Erinnerung: Der Verrat im Garten Getsemane. Die Gerichtsverhandlung. Musikalische Bilder zogen an den Gästen im Leutesheimer Gotteshaus vorbei. Und so avancierte die Aufführung zu einem sehr tiefgehenden Erlebnis, einem intensiven Fühlen biblischer Geschichte. Posaunist Stepahn Dierle und Viktor Netzel am Kontrabass begleiteten präzise, sehr zurückhaltend und dezent.

Musikalisch schöpft Paul Ernst Ruppel, der das Stück 1960 komponiert hat, aus Quellen des Gospel- und Spiritualgesangs. Dirigent Horst Meisel ließ den Chor summen. rhythmisch sprechen und es wurde auf wiederkehrende Höhepunkte gezielt. Thomas Moßmann, ein Schuttertäler und einst in Leutesheim wohnhaft, wirkte als musikalisch und stimmlich überzeugender Vorsänger bei dieser bewegenden, geistlichen Abendmusik. Sie wurde am Schluss mit anhaltendem Applaus gefeiert. Hille Ziegler vom Kirchengemeinderat sprach vielen Zuhörern wohl aus dem Herzen, als sie nach der Aufführung sagt: "Ich habe mich dieses Jahr wenig mit der Passion beschäftigt, das wird sich ändern."
 



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Aktives Dorf Leutesheim, Februar 2008