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Ev. Kirchengemeinde Leutesheim

Erntedankfest in Leutesheim

Kehl-Leutesheim (pr). Das Erntedankfest der Leutesheimer Kirchengemeinde wurde in diesem Jahr bereichert durch den Besuch von Mitgliedern der indonesischen Toraja-Kirche.

Gefeiert wurde am Sonntagvormittag mit einem Gottesdienst. Nachmittags gab es dann noch Aufführungen des Sänger-Jugendchors, der Tanzgruppe vom Jugendtreff, des Frauenchors und der Tanzgruppe des Behindertensportvereins Kork.

"Wir haben das ganze Jahr über das unsere getan, nun wollen wir nachschauen, was gewachsen ist, sprach Pfarrerin Ulrike Schneider-Harpprecht bevor sie die jungen "Früchtchen" vom Leutesheimer Kindergarten fragte, was man denn für ein gutes Leben braucht: Eine Wassermelone, Füße und nette Eltern, riefen die Kleinen. Die Kindergarten-Kids hatten für die Gäste alle ihre guten Wünsche in Form von Bildern zu Papier gebracht. Und sie sangen ein indonesisches Lied, das Yufrita, eine Praktikantin aus dem indonesischen Sulawesi, vor einem halben Jahr mit ihnen einstudiert hatte.

Die asiatischen Gäste, zu denen der Kirchenbezirk Baden Kontakte pflegt, sangen und tanzten in Landestrachten. Und sie freuten sich über die herzliche Aufnahme in Leutesheim: "Gottes Güte wird in den Gesichtern der Menschen hier sichtbar", sagte der Sprecher der Indonesier am Sonntagmorgen beim Gottesdienst in der gut besetzten Mehrzweckhalle. Als Geschenk legten die Gäste Kaffee aus ihrer Heimat an dem mit Kürbissen, Obst und Gemüse geschmückten Altar nieder. Nächste Woche sollen alle Gaben an ein Kehler Seniorenheim gebracht werden.

"Für die Toraja-Kirche in Sulawesi hat das Ernte-Dank-Fest ein sehr große Bedeutung, weil ein großer Teil der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebt", erklärte Ulrike Schneider-Harpprecht.

Über dem Altar hing ein großer Regenbogen. "Er ist Symbol dafür, dass Gott die Sonne scheinen und es auch regnen lässt", erklärte Ulrike Schneider-Harpprecht. Dass auch die Ungerechten etwa von diesem göttlichen Segen abbekämen, schüre mitunter Hass und Neid, was wiederum ein ziemliches Unkraut sei, das in so manchem Herzen wachse", sagte die Leutesheimer Pfarrerin. Neid und Intoleranz hätten vor wenigen Jahren in Sulawesi zu Gewalt zwischen Christen und Muslimen geführt. Dabei säßen doch alle in einem Boot. Symbolhaft wurde das mit den kleinen Kindergartenbesuchern vorgemacht.

Während des Gottesdienstes sammelten Kinder Geld für Bedürftige in Sulawesi ein. Der Überschuss aus der Bewirtung beim Gemeindefest soll der Renovierung der Leutesheimer Kirchenorgel zugute kommen.

 


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Aktives Dorf Leutesheim, September 2005