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Grundschule Leutesheim
Theatergruppe der Grundschule
Leutesheim hat alte Geschichte wieder belebt
Von Marco Karch
Kehl-Leutesheim.
Die Schüler der Leutesheimer Grundschule sind aufgeregt. Und die
Teilnehmer der Theater AG noch etwas mehr. Denn in der
Leutesheimer Halle ging die Premiere des Stücks »Die Regentrude«,
ein Kunstmärchen von Theodor Storm, über die Bühne. Ein ganzes
Schuljahr probte die Theatergruppe unter Leitung von Lehrerin
Sabine Auerbach, bis alles saß. Auf der prachtvoll in Szene
gesetzten Bühnenkulisse wirkten zirka 20 Kinder mit.
Bei der Geschichtete handelte es sich um eine Dürreperiode, die
die Pflanzen verdorren und das Vieh verdursten ließ. Die
Menschen litten unter der unerträglichen Hitze. Nur der
Wiesenbauer, gespielt von Miriam Mattern, hatte schon vor Jahren
eine tiefgelegene Wiese erworben, die noch genug Feuchtigkeit
besaß, um die Heuernte reichhaltig ausfallen zu lassen.
Während eines Gespräches mit Mutter Stine (Lisa Tömmes), der
Nachbarin, rügte er das Verhältnis zwischen Stines Sohn Andrees
(Alina Fimeyer) und seiner Tochter Maren (Tabea Rudloff), für
die er eine bessere Zukunft plante. Andrees, obwohl dem Dorf als
tüchtiger junger Bauer bekannt, war ihm als Schwiegersohn nicht
mehr wohlhabend genug. Stolz brüstete sich der Wiesenbauer
seiner Klugheit, da er doch einst mit Andrees’ Vater dessen nun
trocken daliegenden Höhenwiesen gegen das sumpfige Tiefland
eintauschte.
Nur »Gefasel«
Resignierend bemerkte darauf Mutter Stine, dass die Regentrude
(Esther Barthelme) wohl eingeschlafen war. Der Wiesenbauer hielt
die Regentrude für »Gefasel« und gab nichts auf die alten
Geschichten. Mutter Stine jedoch wusste, dass die Regentrude in
einem ähnlich heißen Sommer vor langer Zeit von ihrer Urahne
geweckt worden war.
Nun fehlt den jungen Leuten nur noch der Weg hin zur Regentrude.
Andrees verspricht, er wolle noch einmal versuchen dem Kobold
das Geheimnis abzulauschen. Tatsächlich traf er den Feuermann,
alias Noemi Schulz, auf seinen versengten Feldern. Dieser wusste
bereits über Andrees’ Vorhaben Bescheid. Da der Feuermann seinen
Spaß mit dem jungen Bauern wollte, stellte er sich dumm und
verriet den Weg zur Regentrude. In seinem Übermut ahnte er
nicht, dass Andrees’ Freundin Maren beide Bedingungen erfüllte
und er sich soeben um seine eigene Existenz redete.
Schon am nächsten Tage machten sich die beiden jungen Leute in
aller Frühe auf den Weg und fanden auch bald die hohle Weide.
Durch ihren Stamm gelangen sie in eine Unterwelt, deren
Landschaft sich zwar von der ihrigen unterschied, dennoch aber
ebenfalls unter einer gewaltigen Dürre litt. Bis zu einem
weitläufigen Garten mit ausgetrockneten Flussbetten begleitete
Andrees die Freundin. Ab hier musste sie nun allein gehen. Sie
fand denn auch die Regentrude schlafend.
Von Menschen vergessen
Maren sprach die Dame mit dem Sprüchlein an und musste einen
Brunnen aufschließen. Kaum geschah dies, stand auch die
Regentrude wieder in ihrer prachtvollen Feengestalt vor Maren
und plauderte mit ihr über die Zeiten, als sie noch von den
Menschen geehrt und geachtet wurde. Als die Menschen sie jedoch
später vergaßen, schlief sie immer wieder vor Langeweile ein.
Die spätere Hochzeit von Maren und Andrees fand bei strahlendem
Himmel statt, aus dem nur ein winziges Wölkchen ein paar
Regentropfen auf die Braut herab sanken.
In weiteren Rollen spielten: Zoe Körkel, Vanessa Ulrich, Luisa
Schmidt, Nele Clemens, Tabea Tömmes, Abdullah Ildiz und
Lisa-Marie Goerke.

Foto: Marco Karch
Mit der Vorführung
des spannenden Kunstmärchens »Die Regentrude« von Theodor Storm
begeisterten die Leutesheimer Grundschüler die mehr als 100
Zuschauer in der Mehrzweckhalle.
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