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Grundschule Leutesheim
Bei der Schauübung waren
Einsatzkräfte schneller als die Nebelschwaden
Von Marco Karch
Kehl-Leutesheim.
Das gab es noch nie bei einem Feuerwehr-Einsatz: Die
Löschfahrzeuge waren am Einsatzort, der Leutesheimer Grundschule
zur Stelle, bevor überhaupt die erste Rauchwolke zu sehen war.
Aber um perfektes »Timing« ging es während der Feuerwehrübung am
Samstagmorgen nicht. »Wir haben uns drei Brandherde überlegt«,
sagte Leutesheims Abteilungskommandant Georg Karch. »Im
Heizungsraum, im Foyer sowie in einem Vorratsraum im ersten
Stock«. Um eine Gefahr so realistisch wie möglich dazustellen,
setzte die Feuerwehr eine Nebelmaschine ein. Um kurz nach halb
zehn machten sich erste Rauchschwaden im Gebäude breit. Die
Schüler und Lehrer, die am Samstagmorgen alle in die Schule
kamen, befanden sich in ihren Klassenzimmern, als wäre normaler
Unterricht. Die Eltern waren nicht nach Hause gegangen, sie
schauten sich das Szenario von draußen an.
Einige Minuten später, das Gebäude schien gut eingenebelt.
Schulrektor Rolf Geisinger alarmierte Schüler und
Lehrerkollegium, rief die Feuerwehr. Knapp 40 Einsatzkräfte mit
vier Fahrzeugen aus den Wehren Kehl, Auenheim und Leutesheim
waren vor Ort. Die Schüler und Lehrer wurden über die
Feuertreppe, die vor fünf Jahren zum ersten Stock gebaut wurde,
von den Wehrmännern gerettet. Auch das Hubrettungsfahrzeug der
Feuerwehr Kehl kam zum Einsatz. Mittels Drehleiter wurden die
Kinder aus dem Gebäude gerettet. Etwas unspektakulär ging es auf
der Rückseite des Gebäudes zu: Da mussten die Kinder auf einer
gewöhnlichen Leiter das Klassenzimmer verlassen.
Mit der Übung, die bei der Leutesheimer Grundschule alle vier
Jahre stattfindet, ist Kommandant Georg Karch auch heute wieder
vollends zufrieden: »Alles verlief reibungslos«. Im Ernstfall
wäre das Leutesheimer Einsatzfahrzeug das erste am Einsatzort.
Das Tanklöschfahrzeug könne erste Vorkehrungen treffen sowie
Menschenrettung übernehmen.
Neben der Evakuierung von 120 Schülern sowie den Lehrkräften aus
dem Schulgebäude und der Brandbekämpfung stand eine Prüfung auf
dem Plan. 18 Anwärter der Feuerwehr Kehl legten bei der Probe am
Samstagmorgen in Leutesheim ihre Prüfung als Truppführer ab.
Rektor Rolf Geisinger sah in der Übung einen Lerneffekt: »Eine
gelungene Aktion, welche die Kinder auf den eventuellen
Ernstfall vorbereitet«. Nach der Probe stellte die Leutesheimer
Wehr Schläuche und Wasser zur Verfügung und die Kinder konnten
sich mit Wasserspielen im Pausenhof austoben.

Foto: Marco Karch
Endlich in
Sicherheit: Lisa (v. li.), Sebastian und Zoe sind vom
Leutesheimer Feuerwehrmann Herve Voltz über die Drehleiter
gerettet worden.

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