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Gesangverein Leutesheim

Farbenprächtiger Schliffdi beim Sängerfest Leutesheim: Landesgartenschau? Nicht ohne Litze!

Kehl-Leutesheim (pr). Die Landesgartenschau wird mit tatkräftiger Unterstützung aus »Litze« über die Bühne gehen. Davon ist der »Sängerbund« überzeugt. Er probte schon mal mit einem farbenprächtigen »Schliffdi« am Sonntagabend in der Mehrzweckhalle. Nahezu 200 Akteure standen auf der Bühne. Sie unterhielten die Gäste im vollbesetzten Saal zweieinhalb Stunden lang. Ein Streichelzoo darf in ländlicher Umgebung nicht fehlen. Und so gab es für die kleinen Hasen vom Kinderchor und deren Dirigentin Hille Ziegler gleich viel Applaus. Für die Veranstaltung musste man sich gut vorbereiten. Aus den USA kam Regisseur Steven Spielbuckel angereist, von Hans Müller in gewohnt lockerer Manier prima gespielt. Die Zimmerleute um Hermann Heidt bauten ein Fachwerkhaus auf.

Aus den Fenstern guckten schon bald neugierige »Lästermäuler« - eine herrliche Muppets-Show-Parodie, von Bettina Hauß mit Gesangvereinsdamen einstudiert.

Bergsteiger kamen auf die Bühne: Ottmar Schneider und Seilschaft trauten der Stadtgärtnerei nicht zu, dass sie die hohen Rheindämme selbst mäht. Dann hoher Besuch aus Stuttgart: Gerhard Wagner mimte einen Staatssekretär. »Ich hab einen kohlschwarzen Koffer dabei mit einem verlorenen Zuschuss. Es kann mehr Geld fließen, wenn die im Dorf zahlreich vertretenen roten Socken endlich weniger werden«, schoss Wagner in Richtung SPD. Er schlug vor »Bächlers Bruck«, die mitten in »Litze« steht, anstatt »Mimram« in Kehl aufzubauen. »Sie ist zwar nur zehn Meter lang - Kehl und Straßburg könnten durch sie aber deutlich enger zusammenrücken«, erklärte der Politiker.

»Junges Gemüse« passte ebenfalls zum Thema Landesgartenschau. Die Blumenmädchen von der Prinzengarde zeigten einen Ketchup-Tanz. Wohl zu aufregend für Hans Müller. Er fiel von der Bühne, was freilich nicht geplant war: Das Podest war umgekippt. Erst Besorgnis - dann tosendes Gelächter, denn Hans Müller war schnell wieder auf den Beinen und vermutete alsbald einen Terroranschlag: »Ich schick euch Georg Bush dafür auf den Hals«, drohte der »Amerikaner« schlagfertig.

Die »Litzmer« beruhigten die Gemüter mit Handharmonikamusik. Zu den Klängen von Theo und Berthold Clemens, Mike Kleinmann, Ralf Ross und Martina Reiß wude kräftig mitgeschunkelt.

Und mit Musik ging es weiter als »Blumenmann« Hans Fritsche auf die Bühne kam. »Blüten, Knollen, Triebe - das ist was ich liebe«, sang er in rheinländischem Akzent und erhielt für den hochkarätigen Vortrag mit den heftigsten Beifall des Abends. Damit die auswärtigen Besucher bei der Landesgartenschau nicht Opfer der Stechmücke werden, rückte der Schnakendatscher-Club vom Jugendtreff mit einer Tanzeinlage an. »Stächele will sich der Schnakenbekämpfung persönlich annehmen, damit niemand mehr bestochen wird«, fügte »Staatssekretär« Wagner an. Marlies Stahl war bei einem ihrer drei gelungenen Auftritte anderer Meinung: »Einer, der von Schnaken maltrediert wurde, wird sich besser an Kehl erinnern«.

»Wer im Sommer einen hebt, hat den Winter überlebt«. Nach dieser Bauernregel feierte der »Sängerbund« in landwirtscahftlichen Trachten mit dem Lied »Wir sind das ganze Jahr vergnügt«. Guter Dinge war auch Torsten Keck vom Sportverein, der als »Al Vital« zusammen mit den als »California Dreamboys« angekündigten Fußballern Fitneßübungen vormachte. Sven Meyers und Raphael Wörner kletterten dafür auf die Zuschauertische. Die Gäste gingen begeistert mit und staunten nicht schlecht, dass die »Elsaß-Gruppe« um Dieter Keck bei einer Werbeverkaufsveranstaltung im »Löwen« auch noch Damen aus Kirrwiller dabei hatte. Die Showgirls tanzten einen »Can-Can«.

Nicht mehr bewegen konnten sich hingegen honorige Persönlichkeiten aus dem Ort. Denn sie waren für´s Panoptikum in Wachs gegossen. Schiffer, Förster, Fußballer und Tenöre wurden von Mitgliedern des »Sängerbundes« stocksteif präsentiert.

Was wäre die Landesgartenschau ohne Maskottchen?, wurde gefragt. Und prompt kamen blumig geschmückte Musiker von der »Harmonie« in den Saal. Sie hatten in der Gestalt von Ralf Kübler einen Gartenzwerg mit dabei. Der hatte freilich große Sprüche auf Lager.
 



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Aktives Dorf Leutesheim, Oktober 2002