|
Fw. Freuerwehr Kehl, Abt. Leutesheim
Schauübung der Leutesheimer
Feuerwehr
Kehl-Leutesheim (ar).
Die Knie zitterten ihr zwar nicht, ein bisschen mulmig war ihr
aber schon zumute: Die kleine Simone aus dem Leutesheimer
Kindergarten ließ sich folgsam von dem Litzemer Feuerwehrmann
die Rettungstreppe hinunterführen. Mit der anderen Hand hielt
sie sich an ihrer besten Freundin Ronja (5 Jahre) fest. Ronja
sah die Sache viel pragmatischer: „Ich hatte überhaupt keine
Angst“, beteuerte sie. Die hätte sie auch nicht haben brauchen,
denn schließlich hatten die Floriansjünger die Kinder vorher
einfühlsam auf die bevorstehende Schauübung vorbereitet.
Nach langem Hickhack und mehreren Sitzungen des Ortschaftsrates
konnte die neue Rettungstreppe an der hinteren Fassade des
Kindergartens nun endlich eingeweiht werden. Sie war nötig
geworden, nachdem die Gruppe der Vorschüler ins obere Geschoss
des Gebäudes eingezogen war. Sandra Jestand, die Leiterin des
Kindergartens, verband die Einweihungszeremonie mit dem
alljährlich stattfindenden „Familientag“, einer gemütlichen
Feier im idyllischen Garten hinter der Einrichtung.
„Dieses Fahrzeug wäre im Ernstfall auch das erste vor Ort“,
klärte der Auenheimer Abteilungskommandant Holger Heidt die
schaulustigen Eltern und Besucher im Hof des Kindergartens auf
und wies auf das Tragkraftspritzenfahrzeug (kurz: TSF-W). Sein
Leutesheimer Kollege Georg Karch ergänzte: „Im TSF-W ist ein
Wassertank mit einer Kapazität von 600 Litern integriert, so
können die ersten Leute vor Ort gleich mit Wasser vorangehen.“
Bei der Schauübung beließen es die Feuerwehrmänner allerdings
beim Ausrollen der Schläuche. „Wir wollen schließlich keine
Sauerei machen“, so Holger Heidt mit einem zwinkernden Auge. Für
die „Sauerei“ hatten die Knirpse vom Kindergarten nach der Übung
noch genügend Zeit. Beim Fest durften sie sich ausgiebig
gegenseitig nass spritzen oder das Löschfahrzeug genaustens
unter die Lupe nehmen. Auch die Feuerwehrleute ließen es sich
nicht nehmen, an der Feier teilzunehmen, nicht jedoch bevor sie
noch einmal prüfende Blicke durch den Kindergarten schweifen
ließen. Ihnen war sofort aufgefallen, dass es im Obergeschoss
keine Rauchmelder gibt. „Die kosten ja nun wirklich nichts“,
sagte Holger Heidt, der es nicht gern sieht, wenn am falschen
Ende gespart wird. „Gerade im Kindergarten dürften die auf
keinen Fall fehlen!“

Julian Hauss
(21) von der Freiwilligen Feuerwehr Leutesheim führte die kleine
Simone (ganz links) und ihre Freundin über die neue
Rettungstreppe des Kindergartens „in Sicherheit“. (Foto: Antje
Ritzert)
|