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Fw. Freuerwehr Kehl, Abt. Leutesheim

Gemeinsame Abschlussübung mit FW Auenheim:
"Drei Menschen aus brennendem Rathaus gerettet"

Kehl-Leutesheim (pr). Nicht ganz reibungslos aber letztendlich doch zufrieden stellend verlief die Jahreshauptübung der beiden Feuerwehrabteilungen Auenheim und Leutesheim, die am Freitagabend gemeinsam durchgeführt wurde.

Feuer war im Auenheimer Rathaus ausgebrochen - so die Annahme. Ein technischer Defekt an einem Bürogerät hatte den Brand ausgelöst. Ein Mitarbeiter der Ortsverwaltung und zwei Bürger versuchten das Feuer selbst unter Kontrolle zu bringen. Doch ohne Erfolg. Letztendlich brachten sie sich damit sogar in Lebensgefahr.

Kurz nach 18 Uhr wurde Feueralarm ausgelöst. Die beiden Ortsvorsteher Werner Müll und Ernst Kleinmann, Ortschaftsräte und weitere rund 30 Schaulustige hatten sich schon vor dem Rathaus postiert. Zuerst rückte die Auenheimer Wehr an, dann die Drehleiter aus Kehl - doch wo steckten bloß die Leutesheimer? Eine schlechte Funkverbindung zwischen den beiden Orten machte eine Kommunikation zwischen den beiden Wehren unmöglich. Der Leutesheimer Einsatzleiter Hans-Peter König und seine Mannen verstanden zunächst nur "Bahnhof". Und so rückten die 17 Feuerwehrleute aus Leutesheim mit gut viertelstündiger Verspätung an. Doch dieser Punkt wurde später bei der Manöverkritik schnell unter der Rubrik "Übungskünstlichkeit" abgehakt. Im Ernstfall wäre der Notruf bei der Leitstelle in Offenburg eingegangen, die dann Leutesheim und Auenheim zeitgleich unterrichtet hätte.

Um realitätsnahe Bedingungen zu schaffen, wurden bei der Übung am Freitagabend die Scheiben der Atemschutzmasken mit Folien beklebt. Obwohl nun richtig Nebel in den ohnehin dunklen Rathausräumen war, konnten die Trupps die drei vermissten, von Feuerwehrleuten gemimten Personen schnell und sicher retten. Roland Walter sagte allerdings bei der Manöverkritik, dass man bei der Menschenrettung zu stur nach Vorschrift vorgegangen sei. "Wenn es um die Rettung von Menschenleben geht, darf auch von den Unfallverhütungsvorschriften abgewichen werden", erklärte der 1. Stellvertretende Feuerwehrkommandant aus Kehl. Das hieße mitunter: Alles einsetzen was Hände und Füße hat. Auch die äußere Kennzeichnung der Führungskräfte - auf Auenheimer Seite Armin Heidt und Martin Reimer sowie auf Leutesheimer Seite Hans-Peter König und Rainer Hauß- sei verbesserungswürdig, so Roland Walter. Insgesamt aber sei die fachliche und handwerkliche Durchführung des Einsatz einwandfrei verlaufen, lobte der Vizechef der Kehler Wehr. Dass es in einigen wenigen Punkten nicht ganz reibungslos gelaufen sei, habe gezeigt, dass es ein ehrliche Übung war, so Walter.

Gelobt wurde die gute Zusammenarbeit der beiden Wehren nach der Übung. Werner Müll sagte, dass die beiden Wehren immer besser und intensiver zusammenarbeiten. Dies sei auch ein großes Verdienst der beiden Abteilungskommandanten Holger Heidt (Auenheim) und Georg Karch. Die beiden Chefs hatte am Freitagabend nur beobachtende Funktionen und griffen nicht aktiv ins Geschehen ein. Auch in punkto Kameradschaft wachse die beiden Wehren immer zusammen: "Dass man nach der Übung gemeinsam an einem Tisch sitzt, ist nicht überall so", sagte Roland Walter.

Abteilungskommandant Holger Heidt, der auch dritter Chef der Kehler Gesamtwehr ist, wurde von Roland Walter zum Oberbrandmeister befördert. Dank und Anerkennung sprach Roland Walter darüber hinaus an Drehleiter-Maschinist Manfred Bechthold aus. Für Bechthold und die Kehler Drehleiter war es nämlich der letzte gemeinsame Einsatz: Alterbedingt endet für beide in Kürze der aktiven Dienst für die Kehler Feuerwehr.
 

 



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Aktives Dorf Leutesheim, November 2004