.



 

 
 
  Sie sind hier:   » Startseite » Archiv » 2003 »
 


Fw. Freuerwehr Kehl, Abt. Leutesheim

Gemeinsame Jahresübung der Leutesheimer und Auenheimer Feuerwehren klappte gut

Kehl-Leutesheim (pr). Das Betriebsgebäude des Kälte- und Klimaspezialisten WSK in Leutesheim steht in Flammen! So lautete die Vorgabe bei der gemeinsamen Jahresübung der beiden Feuerwehren Leutesheim und Auenheim am Freitagabend. Insgesamt 35 Mannen waren dabei im Einsatz.

Tagsüber in der Betriebshalle der Firma WSK durchgeführte Schweißarbeiten führten abends zu einem Schwelbrand, so die Annahme. Kurz nach 18 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Acht Minuten später rollte der erste Atemschutztrupp mit Blaulicht auf dem Firmenanwesen an der Linxer Straße an. »Drei Personen werden vermisst«, berichtete WSK-Chef Klaus Schmager den beiden Einsatzleitern Rainer Hauß (Leutesheim) und Volker Mertz (Auenheim). Eine Frau lag bewusstlos im Obergeschoss.
Die Drehleiter aus Kehl war bereits unterwegs, Löschfahrzeuge aus Auenheim und Leutesheim rückten an. Die Fahrzeuge mussten so abgestellt werden, dass sie den Einsatz und später ankommende Fahrzeuge nicht behindern. Schläuche wurden ausgerollt, Pumpenmotoren sprangen an. Ein Atemschutztrupp sondierte derweil die Lage in der völlig licht- und stromlosen aber dafür reichlich verrauchten Halle. Wo sind die vermissten Personen? Auch bei dieser Übung mussten Frauen vom DRK-Ortsverband herhalten. Sie mimen die Verletzten. Brigitte Faulhaber und Rösel Hummel konnten relativ schnell und einfach gerettet werden. Hedwig Kimmer aber lag »bewusstlos« im Obergeschoss. Die Drehleiter wurde ausgefahren. Der Korb mit der aufgesetzten Liege schob sich in den nächtlichen Himmel. Das Kehler Bedienungspersonal arbeitete routiniert, schnell und zentimetergenau. Die »Verletzte« kam dadurch sicher runter und wurde von den Leutesheimer Rot-Kreuz-Kräften und Notfall-Seelsorger Heino Pönitz in Empfang genommen. »Wichtig ist, dass man die Geretteten beruhigt und sie in jedem Fall davon abhält an die Brandstätte zurückzukehren. Die wollen oftmals noch irgendwelche Papiere oder Wertgegenstände retten«, erklärt Holger Heidt. Der Auenheimer Abteilungskommandant vertrat an diesem Abend den verhinderten Stadtbrandmeister Gerhard Stech als Einsatzbeobachter.

Nach der Rettung aller Vermissten trugen die Atemschutztrupps Gas- und Kältemittelflaschen aus der Halle. Von ihnen kann Explosionsgefahr ausgehen. Rainer Hauß und Volker Mertz schrieben die Namen der Feuerwehrleute auf und dokumentieren den Zeitpunkt des Einsatzes in der Halle. Nur so kann sichergestellt werden, dass auch alle wieder heil rauskommen. Draußen wartete ein Rettungstrupp. Er würde in Not geratene Kollegen rausholen. Der Wartetrupp atmete allerdings aus Flaschen, was später bei der Abschlussbesprechung kritisiert wurde. »Die dann schon verbrauchte Luft würde später bei einem Einsatz in der Halle fehlen«, erklärte Holger Heidt.

»Schnell vor Ort zu sein ist bei einem Brand und den davon ausgehenden Gefahren für die Gesundheit von Menschen ganz wichtig«, sagte Holger Heidt in der Manöverkritik, »dezentrale Feuerwehreinheiten machen daher auch Sinn«. Diese gemeinsame Übung der Leutesheimer und Auenheimer Feuerwehr habe wiederum gezeigt, dass die Zusammenarbeit der »Nordstaaten« gut funktioniere, schmunzelte Holger Heidt.

Ortsvorsteher Ernst Kleinmann sagte, dass der volle Saal bei der Abschlussbesprechung von großem Interesse an der Feuerwehr zeuge. Das Verhältnis zwischen den beiden Ortsteilen sei nicht nur im Bereich der Feuerwehr sehr gut. Ernst Kleinmann, selbst aktiver Feuerwehrmann, dankte den Übungsteilnehmern und auch dem DRK-Ortsverband für den reibungslos funktionierenden Einsatz. »Die Rot-Kreuzler sind ein Teil der Feuerwehr und gehören einfach dazu«, sagte der Leutesheimer Ortsvorsteher.
 


 



zurück | drucken


Aktives Dorf Leutesheim, November 2003