|
Fw. Freuerwehr Kehl, Abt. Leutesheim
Gemeinsame Jahresübung der
Leutesheimer und Auenheimer Feuerwehren klappte gut
Kehl-Leutesheim (pr).
Das Betriebsgebäude des Kälte- und Klimaspezialisten WSK in
Leutesheim steht in Flammen! So lautete die Vorgabe bei der
gemeinsamen Jahresübung der beiden Feuerwehren Leutesheim und
Auenheim am Freitagabend. Insgesamt 35 Mannen waren dabei im
Einsatz.
Tagsüber in der Betriebshalle der Firma WSK durchgeführte
Schweißarbeiten führten abends zu einem Schwelbrand, so die
Annahme. Kurz nach 18 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Acht
Minuten später rollte der erste Atemschutztrupp mit Blaulicht
auf dem Firmenanwesen an der Linxer Straße an. »Drei Personen
werden vermisst«, berichtete WSK-Chef Klaus Schmager den beiden
Einsatzleitern Rainer Hauß (Leutesheim) und Volker Mertz
(Auenheim). Eine Frau lag bewusstlos im Obergeschoss.
Die Drehleiter aus Kehl war bereits unterwegs, Löschfahrzeuge
aus Auenheim und Leutesheim rückten an. Die Fahrzeuge mussten so
abgestellt werden, dass sie den Einsatz und später ankommende
Fahrzeuge nicht behindern. Schläuche wurden ausgerollt,
Pumpenmotoren sprangen an. Ein Atemschutztrupp sondierte derweil
die Lage in der völlig licht- und stromlosen aber dafür
reichlich verrauchten Halle. Wo sind die vermissten Personen?
Auch bei dieser Übung mussten Frauen vom DRK-Ortsverband
herhalten. Sie mimen die Verletzten. Brigitte Faulhaber und
Rösel Hummel konnten relativ schnell und einfach gerettet
werden. Hedwig Kimmer aber lag »bewusstlos« im Obergeschoss. Die
Drehleiter wurde ausgefahren. Der Korb mit der aufgesetzten
Liege schob sich in den nächtlichen Himmel. Das Kehler
Bedienungspersonal arbeitete routiniert, schnell und
zentimetergenau. Die »Verletzte« kam dadurch sicher runter und
wurde von den Leutesheimer Rot-Kreuz-Kräften und
Notfall-Seelsorger Heino Pönitz in Empfang genommen. »Wichtig
ist, dass man die Geretteten beruhigt und sie in jedem Fall
davon abhält an die Brandstätte zurückzukehren. Die wollen
oftmals noch irgendwelche Papiere oder Wertgegenstände retten«,
erklärt Holger Heidt. Der Auenheimer Abteilungskommandant
vertrat an diesem Abend den verhinderten Stadtbrandmeister
Gerhard Stech als Einsatzbeobachter.
Nach der Rettung aller Vermissten trugen die Atemschutztrupps
Gas- und Kältemittelflaschen aus der Halle. Von ihnen kann
Explosionsgefahr ausgehen. Rainer Hauß und Volker Mertz
schrieben die Namen der Feuerwehrleute auf und dokumentieren den
Zeitpunkt des Einsatzes in der Halle. Nur so kann sichergestellt
werden, dass auch alle wieder heil rauskommen. Draußen wartete
ein Rettungstrupp. Er würde in Not geratene Kollegen rausholen.
Der Wartetrupp atmete allerdings aus Flaschen, was später bei
der Abschlussbesprechung kritisiert wurde. »Die dann schon
verbrauchte Luft würde später bei einem Einsatz in der Halle
fehlen«, erklärte Holger Heidt.
»Schnell vor Ort zu sein ist bei einem Brand und den davon
ausgehenden Gefahren für die Gesundheit von Menschen ganz
wichtig«, sagte Holger Heidt in der Manöverkritik, »dezentrale
Feuerwehreinheiten machen daher auch Sinn«. Diese gemeinsame
Übung der Leutesheimer und Auenheimer Feuerwehr habe wiederum
gezeigt, dass die Zusammenarbeit der »Nordstaaten« gut
funktioniere, schmunzelte Holger Heidt.
Ortsvorsteher Ernst Kleinmann sagte, dass der volle Saal bei der
Abschlussbesprechung von großem Interesse an der Feuerwehr
zeuge. Das Verhältnis zwischen den beiden Ortsteilen sei nicht
nur im Bereich der Feuerwehr sehr gut. Ernst Kleinmann, selbst
aktiver Feuerwehrmann, dankte den Übungsteilnehmern und auch dem
DRK-Ortsverband für den reibungslos funktionierenden Einsatz.
»Die Rot-Kreuzler sind ein Teil der Feuerwehr und gehören
einfach dazu«, sagte der Leutesheimer Ortsvorsteher.


|