|
"Litze Helau!" - Fasnacht in Leutesheim
»1. Litzmer Prunksitzung«:
Heino trifft auf Finanzbeamte, Weinkönigin und Figaro Brennschär
Von Marco Karch
Kehl-Leutesheim.
Hinter der Bühne
qualmten die Schminktöpfe, vorne wartet das bunt kostümierte
Publikum eisern auf das Öffnen des Bühnenvorhangs.
Ein Podium rollte durch die voll besetzte Halle, hinauf auf die
Bühne. Mit an Bord: Der Elferrat, bestehend aus Petra Hummel,
Martin Schneider und Jochen Hummel. Deren Aufgabe war neben der
Moderation, die »Litzmer Wiedekopf-Orden«, edle Metall-Medaille
zu verleihen. In deren Besitz kamen alle Akteure an diesem
Abend, zur »1. Litzmer Prunksitzung«, zu der die Harmonie
Leutesheim am vergangenen Samstag in die Leutesheimer Halle
eingeladen hatte.
Einen Gardetanz »à la bonne heure« präsentierte die Litzmer
Prinzengarde. Musikalisch begleitete eine abgespeckte Formation
der Harmonie Leutesheim »Weiss-Blau-Helau«.
Was sich an manchen Baustellen abspielt, demonstrierte die
Gruppe »Amora«. Bauleiter Peter Matejka hatte alle Mühe mit
seinen Arbeitern Volker Wirth, Ottmar Schneider und Sebastian
Scholz, einfache Dinge zu bewältigen. Das Auftreten von
Behörden-Mensch Herrn Spatz (Stephan Hummel) verschärfte die
Situation. Bauleiter Matejka wurde es zu fiel, als Ottmar
Schneider seine Schuhe an ein »Betreten verboten«-Warnschild und
Boden verschraubte. Für Schneider war die Sache klar: »Ha, steht
doch do: ›Betreten verboten‹«.
Einen nicht ganz so seriösen Eindruck vom Finanzamt vermittelten
Petra und Jürgen Hummel. Sorgen bereitete Petra Hummel das
kindische Verhalten ihres Kollegen. »Beim Ballett, du?«, fragte
Petra Hummel, als sie ihren Kollegen mit kreisenden Armen
erblickte. »Ja, zum Scheiben wischen«, antwortete er.
Die Tanzgruppe »Gewurschdl« tanzte zum derzeiten Kult-Hit »Gangnam
Style« des südkoreanischen Rappers »Psy«. Für ihre originelle
Bühnen-Performance erhielte die Boygroup viel Applaus vom
Publikum.
Ein weiter Höhepunkt des Abends war der Auftritt mit Sketch und
Tanz der Gruppe »Furz drogged«. »Figaro Brennschär« alias Dieter
Thorwarth zählt sich zu einen der großen: »Zu mir kommen
Teenager, Mittel-Ager und 80-Ager«. Im Ambiente eines
Frisiersalons der 80er frisierte er neugierige Damen,
Dauerwellen au Masse. Einen Musical-reifen Schlagerabtausch, zum
dem Thema Haare, Frisör & Co. setzten die Damen (Antonia Müll,
Elke Durban, Bettina Hauß, Martina Reiss und Christel König) mit
ihrem Figaro gekonnt in Szene.
Gesanglich präsentierten sich die Katastrophen-Sänger mit
rhythmischen Hits. Ein orientalisches Flair brachte die
Tanzgruppe Nachtgrabbe, die auf einem Teppich in die Halle
schwebte.
Der Versuch als Weinkönigin scheiterte für Marie, gespielt von
Brigitte End. Einige Zeit später kam Trudel, alias Melanie
Preiss – die Weinkönigin. Ihr selbst gewählter Name: Prinzessin
Promille. Mit originellen Kostümen, welche den Tänzerinnen sechs
Beine ermöglicht, zeigten die Silver-Girls einen Akt der
grusligen Art.
Laut wurde es mit Jochen Hummel, Martin Schneider und Christian
Zerr, die sich als Voll-Playback-Rockband versuchten. Hummel
schlüpfte in die Rolle des Heino und »sang« ein paar seiner
Hits. Zuletzt tanzte die Gruppe »Unnadirli« zum Thema »der
rosarote Panther«. Im Anschluss gab es Tanz mit der Kapelle
»Musik Express«.
Wie in den vergangenen Jahren haben die Veranstalter mit ihrem
gut dreistündigen Programm die hohen Erwartungen des Publikums
erfüllt.

Foto: Marco Karch
»Figaro
Brennschär« alias Dieter Thorwarth (v. li.) und seine
Dauerwellen: Antonia Müll, Elke Durban, Bettina Hauß, Martina
Reiss und Christel König.

|