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"Litze Helau!" - Fasnacht in Leutesheim

"Litze Helau!" 2005
Litzmer Narren trinken ein Bier auf Hartz IV

Kehl-Leutesheim (pr). So gab es unter anderem einen Überfall der Rheinpiraten, Engel vertrieben Teufel, blond und schwarz die Perücken bei "ABBA". Es kam während des gut dreistündigen Programms nie Langeweile auf, denn die "Litzmer" boten auf der Bühne Unterhaltung auf höchstem Niveau.

Regisseur Gerhard Wagner hatte keine große Mühe die Stimmung im oberen Bereich zu halten.

Beine bis in den Himmel gab es beim Auftritt der Prinzengarde zu sehen. Die jungen Leutesheimer Mädchen sind flügge geworden. Beim Gardetanz und später als rockige Hexen verzauberten sie das Publikum. Auch eine Verdienst von Choreographin Bettina Hauß. Sie wurde mit Blumen und Dankesworten nach fünf Jahren erfolgreicher Tätigkeit verabschiedet. Die Hände in den Himmel streckten die Zuschauer nach dem nächsten Auftritt.

Aber zuvor ging man beim Tanz der Jugendtreff-Mädchen von Sabrina Hummel und Bettina Keck durch die Hölle. Drei bildhübsche Engel schickten den Rest der Gruppe zum Teufel.

"Ich hab ihn am Rheindamm das erste Mal getroffen und eigentlich dem Hund gepfiffen. Aber er war schneller", erzählte Martina Reiß amüsant darüber, wie sie ihren Mann kennen gelernt hat. Ein Wasserbett habe er ihr geschenkt, Wellen der Erotik versprochen. "Doch nach einem viertel Jahr war es das Tote Meer", frotzelte die Ehefrau. Das einzig Gemeinsame sei nun das Glas für das Gebiss, hieß es beim überaus gelungenen Debüt von Martina Reiß. "Frauen sind wie Pralinen", gab Gerhard Wagner ihr mit auf den Nachhauseweg, "wenn das Süße draußen ist, bleibt nur die Schachtel."

Wie ein Orkan fegten die Rheinpiraten über die Bühne. Die Gruppe »Nadierli« um Evi Wirth, die beiden Heidt-Töchter Birgit und Nicole und Co. hatten Sportverein-Chef Jürgen Hummel als Klabautermann mit an Bord genommen. Vor dem begeisterten Publikum ging das Totenkopf-Schiff vor Anker. Man ließ den männlichen Teil der Mannschaft Kiel holen. Viel Action, tolle Tanzkombinationen - Piratenherz was willst du mehr?

Saufen wie die Seeleute konnten Martin Schneider und Jochen Hummel. Die beiden Newcomer der "Litzmer" Fastnacht nahmen die Agenda 2010 gesanglich auf die Schippe: "Wir trinken ein Bier auf Hartz IV und einen Korn auf die Reform", hieß es in dem nicht ganz ernst gemeinten Protestsong. Ein gemütlicher "Kappe-Owe" sollte es eigentlich werden: Mit Bananen um die Hüften und einem Tirolerhut auf dem Kopf. Doch das vorlaute Krokodilbaby Tobias Zimmer machte den Katastrophensängern um Hans Müller ganz zum Wohle der Zuschauer einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Märchenhaft dann der nächste Auftritt: Die sieben Zwerge vom Sportverein ließen Martin Schneider über die Rücken rollen.

Wie kann ein Elferrat aus nur zwei Personen bestehen? "Als dieser Auenheimer in unseren Verein kam, sind alle anderen ausgetreten", lästerte Petra Hummel über ihren Narrenkollegen, gespielt von Ehemann Jürgen. Sie bekam den Litzmer Spitzweck-Orden verliehen. Warum wird immer sie ausgezeichnet, wollte der genial banal spielende Jürgen Hummel wissen. "Letztes Jahr hast du ihn mir verliehen. Dieses Jahr bin ich dran", erklärte Petra. "Die beiden bringen es auf den Punkt und das mit einer schauspielerischen Höchstleistung", lobte Gerhard Wagner, wohl stellvertretend für das völlig begeisterte Publikum.

Sein Leid klagte Peter Matejka als frischgebackener Ehemann: "Sag mir, ob man als Mann auch mal Migräne haben kann", sang der Bräutigam und erntete für seinen gelungenen Auftritt ebenso viel Applaus wie Sebastian Scholz, Stefan Hummel und Volker Wirth beim Kasperle-Theater.

Als krönenden Abschluss des gelungenen Narrenabends in Leutesheim präsentierten die "Dernächt-Dancers" Abba. Schade, dass die "Litzmer" Dancing-Queens nach den erfolgreichen Auftritten der letzten Jahre aufhören wollen.
 


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Aktives Dorf Leutesheim, Februar 2005