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"Litze Helau!" - Fasnacht in Leutesheim
"Litze Helau!" -
Der Fasnachtssamstag in der Mehrzweckhalle
Kehl-Leutesheim
(pr). Die ansonsten eher bodenständigen Leutesheimer Narren
verreisten am Samstagabend bei der Programmveranstaltung des
Musikvereins in die ganze Welt.
So ließ die Prinzengarde beim Tanzen die Schotterröcke fliegen.
Marlies Stahl packte die Koffer für einen Mallorca-Trip. Neben
Sonnencremes wurden auch Dessous mitgenommen. Auf den
Fotoapparat konnte die Büttenrednerin allerdings verzichten:
»Beweisfotos brauche ich keine«, schmunzelte die Honauerin, die
im Anschluss noch einen Auftritt im Nachbarort hatte.
Conferencier Gerhard Wagner gab ihr einen Witz für den Honauer
Pfarrer mit: »Den hab ich kürzlich in der Sauna getroffen und
ihn gefragt, ob er nächste Woche auch kommt - dann ist
allerdings gemischt. Darauf hat der Pfarrer gemeint, das macht
überhaupt nichts. Wegen den paar Protestanten..«. Nonnen und
Mönche zogen im Anschluss mit Kerzenlicht in die verdunkelte
Halle ein. Sabrina Hummel und Bettina Keck zelebrierten mit
»Sister Act« eine sehr gelungene Tanzaufführung. Zu den Klängen
von »Spiel mit das Lied vom Tod« trat die Gruppe »Amora« von
Ottmar Schneider auf. Den Leutesheimern ging es vor mehr als 100
Jahren ziemlich schlecht und so wanderten eine paar Verwegene
nach Amerika aus. Der wilde Haufen wurde in der Neuen Welt aber
gleich von Winnituch, dem wärmsten Indiander aller Zeiten
(Jochen Hummel), an den Marterpfahl gefesselt. Heinz Faulhaber
testete die Intelligenz der Litzmer mit negativem Ergebnis.
Häuptling Martin Schneider dazu: »Ihr könnt euere Skalps nicht
durch das Elend retten, das darunter liegt«. Die Köpfe der
Gefangenen wurden abgepellt.
55 russische Eier verschlang Ralf Kübler während eines Fluges
mit Aeroflot. Der Flieger ging runter, das Essen kam hoch,
berichtet er in der Bütt. »Mein Vordermann bekam den
Lebensmittelorden am Bande verliehen«, gestand Kübler. Auch bei
der Schifffahrt im ärmellosen Kanal wurde gebrochen deutsch
gebabbelt. Und dass ein alter Eskimo ein Polargreis ist, wissen
die Litzmer Narren nun auch. Ralf Kübler wurde für seine banalen
und dennoch genialen Wortspielereien mit Riesenapplaus von der
Bühne verabschiedet.
Es ging mit einem putzigen Auftritt zweiter Schlümpfe weiter.
Jochen Hummel und das Publikum staunten nicht schlecht über die
Stimme von Martin Schneider, die dank Helium völlig verzerrt
schepperte. Richtig Gas gab dann die Tanzgruppe von Evi
Schneider und den beiden Heidt-Töchtern Nicole und Birgit. Eine
filmreife Einlage der Spitzenklasse, so das allgemeine Urteil im
Publikum. Die Tanzgirls legten sich auf den Bauch und ließen
Michael Jackson (Torsten Keck) über die Hintern rollen.
Dass VIPs very impotente Personen sind, berichtete Manfred
Hummel seinem Gegenüber Gerhard Wagner. Es war nach 28 Jahren
der letzte Auftritt des genialen Duos »Schang und Schängel«. Die
zwei zogen noch einmal mit den besten Witzen kräftig vom Leder.
Bei Gerhard Wagner spinnte der Herzschrittmacher: »Wenn ich
huste, geht das elektrisch betriebene Garagentor auf«. Dass die
beiden in die Jahre gekommen sind, merkte man allerdings
höchsten beim Klavierspiel, das man dank Viagra mit
heruntergelassenen Hosen und erhobenen Händen dennoch gekonnt
absolvierte.
Wie die Kinder benahmen sich die Katastrophensänger. Hans
Fritsche mimte die Kindergartenschwester Martha. Aber mit
»Ringel-Ringel-Rose« und »Häschen in der Grube« riss man keinen
mehr vom Sitz. Und so studierten Hans Müller & Co. mit dem
willigen Publikum den Burger-Dance im Pizza-Hut und Mc
Donalds-Mix ein.
Amerikanisch ging es beim Auftritt der SVL-Boys zu. Sie hatten
sich als Village-People verkleidet und tanzten zu »YMCA«. Nicht
in die Ferne schweifen - denn das Gute liegt so nah, war das
Motto von Petra und Jürgen Hummel. Und so machten die beiden als
zwei alte Litzmer Damen verkleidet eine Zugreise zur
Landesgartenschau. Über Umwege. »Wenn man mit dem Zug über
Offenburg anreist, erhält man eine Ermäßigung beim Eintritt«,
wusste Petra Hummel. Ehemann Jürgen erklärte, wo man in der
katholischen Kirche aufs Klo geht.
Reichlich feucht war der Auftritt der Dernächt-Dancers. Als
Wetter-Girls spannten sie die Regenschirme auf und ließen dann
heiße Tanzrhythmen folgen.



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