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"Litze Helau!" - Fasnacht in Leutesheim
"Litze Helau!" Vierstündiges
närrisches Programm mit viel Amüsement
Kehl-Leutesheim (pr).
Ein hollywoodreifes
Programm boten über 100 Akteure in der vollbesetzten
Leutesheimer Mehrzweckhalle. Charly Chaplin und viele bekannte
Stars waren zu Gast. Die Kuhgewerkschaft Baden hielt
Generalversammlung und forderte Viagra für den Stierstall. Auf
dem »Litzmer« Friedhof ist der Teufel los! Friedhofwärter Hans
Müller ließ längst verstorbene und reichlich verstaubte Stars
wiederauferstehen, unter anderen Rex Gilde, Elvis, Louis
Amstrong und Marlene Dierich. Der rabenschwarze Humor kam beim
gutgelaunten Publikum bestens an.
Die Kastastrophensänger packten bei der Veranstaltung des
Musikvereins ein heikles Thema an. Sie ließen ein paar Gruftis
raus und
siehe
da: Elvis (Martin Karch), Trompeter Louis Amstrong (Edgar
Hummel), Marlene Dietrich (Hans Fritsche) und Rex Gildo (Herbert
Hauß) hatten allesamt musikalisch noch einiges zu bieten.
Friedhofwärter Hans Müller (»ich hab hier 300 Leute unter mir
und das beste ist, keiner widerspricht..«) vesorgte die
reichlich angestaubten Verblichenen und meckerte, weil deren Deo
total versagte hatte. Kein Wunder nach so langer Zeit im Sarg.
Kurzweilig wurde es am Samstagabend, als die »Harmonie« das
Gurgellied vorstellte. Unter der Anleitung von
Musiker-Unterhaltungchef Gerhard »Bradi« Wagner machten die
Gäste im Saal kräftig mit, der Getränkeumsatz florierte. Was man
auch Fasnachtprinz Ralf Kübler anmerkte. Er kam ziemlich
angetrunken in die Bütt und berichtete äußerst humorvoll von
seinen Saufgelagen: »Meine Frau spricht schon seit drei Tagen
nicht mehr mit mir«, klagte Kübler und gestand dann ein, dass er
allerdings auch schon drei Tage lang nicht mehr daheim war. Als
optisches Schmankerl präsentierte sich die Litzmer Prinzengarde.
Auch die »Young Girls« konnten tänzerisch überzeugen - bei ihrem
Boxkampf bekam der Ringrichter reichlich was ab.
»Hat Dir eigentlich schon jemand gesagt, dass Du aussiehst wie
Claudia Schiffer?«, fragte Petra Hummel ihre »Freundin« und
hatte auch gleich die Anwort parat: »Das wird auch nie jemand
tun.« Der Auftritt von Petra und Jürgen Hummel -beide als alte
Damen verkleidet- zählte mit zu den Höhepunkten im fast
vierstündigen Programm. Und Jürgen Hummel gab seinem Gegenüber
ordentlich Kontra: »Wer schön sein will, muss leiden. Gelitten
hast Du aber nie«
Eine Strapaze war der Einzug der Gruppe um Reinhard Hummel. Die
Jungs waren Strafgefangene und an einem dicken Seil angebunden.
Dass der Knast ausgerechnet nach Litze kommt, hatte seinen
Grund: »Die Straftaten haben hier dramatisch zugenomen«,
erklärte der Gefängnisdirektor, »dem SVL haben sie zum Beispiel
schon die ganzen Punkte geklaut.« Den Ganoven gelang mit Dynamit
der Ausbruch.
Eine ware »Sexbombe« ließen auch die »Dernächt-Dänzers« los. Tom
Jones gab die musikalische Vorlage zu dem überaus gelungenen
Tanzauftritt in Charly Chaplin-Kostümen.
Ebenfalls stark in Ausdruck und Gestik: Hans Fritsche bei seiner
Büttenrede. Er unterhielt sich mit seinem Christbaum und trug
dabei jede Menge Lametta auf.
Litzmer Kühgewerkschaft fordert freien Zutritt zum Stierstall
Dass »KGB« auch Kuhgewerkschaft Baden heißen kann, weiß im
närrischen Litze seit Samstagabend jeder. Herbert Keck und seine
Mooratzeln trotteten als Kühe in den Saal und veranstalteten
eine amüsante Generalversammlung, unter anderem auch mit
Totenehrung. Von schönen Ausflügen nach Ku(h)wait wurde
berichtet und es wurde auch die Fordung laut nach freiem Zugang
zum Stierstall. Die Ursache für BSE haben die Litzmer Kühe auch
entdeckt: »Ins Futter wurde das Tiermehl von Auenheimer Gänsen
untergemischt«, erklärte Kuh Alma.
Tierisch gut: Der Auftritt »Tap Dogs« der Gruppe »Nadierli«: Evi
Wirth, Nicole Heidt und Co. steppten bei ihrem Tanzauftritt
gekonnt über die Bühne.
»Lieber einen Kleinen, der sich steigert, als einen Großen der
verweigert.« Unter diesem Motto schütteten »Schang« Gerhard
Wagner und »Schängel« Manfred Hummel bei ihrem satirischen Duett
ebenfalls jede Menge Humor hinunter in die Zuschauerränge.

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